Nordosteuropa im Wirkungsbereich Deutschlands und Russlands im 18.-20. Jahrhundert

Nordosteuropa im Wirkungsbereich Deutschlands und Russlands im 18.-20. Jahrhundert
Begriffe, Prozesse, Diskurse

Dr. Andreas Lawaty

Das Forschungsprojekt wendet sich dem Vergleich und der wechselseitigen Verknüpfung von historischen Erfahrungen in einem Nordosteuropa zu, das während der Zeit moderner Nationsbildungsprozesse und sozialer Emanzipationsbewegungen der Herrschaft bzw. der Einwirkung zweier Großmächte (die sich im Zeitalter moderner, ethnisch definierter Nationen gerne auch als „Großnationen“ gerierten) – nämlich Deutschlands (v.a. Preußen-Deutschlands, aber auch Österreichs) und Russlands – ausgesetzt war.

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Legitimations- und Repräsentationsstrategien russischer Herrschaft an der Ostsee

Legitimations- und Repräsentationsstrategien russischer Herrschaft an der Ostsee:
Von den Ostseeprovinzen Russlands zu den baltischen Sowjetrepubliken

Dr. Karsten Brüggemann (ehem. Projektmitarbeiter, DFG-Bewilligung vom 06.04.2005)

Die Relevanz einer historischen Untersuchung der Frage, wie Russland bzw. die Sowjetunion die eigene Herrschaft über die baltische Küstenregion von Narva bis zur Kurischen Nehrung definiert, kontextualisiert und legitimiert hat, ist nicht zuletzt durch die tagespolitische Entwicklung im Förderzeitraum 2005 bis 2009 demonstriert worden. Von den Feierlichkeiten auf dem Roten Platz im Mai 2005 über die Versetzung des Tallinner „Bronzenen Soldaten“ im April 2007 bis hin zur 2009 beschlossenen Einsetzung einer russischen Präsidentenkommission, die sich mit „Fälschungen“ der Geschichte auseinandersetzen soll, hat sich gezeigt, wie sehr die diversen, von den jeweiligen nationalen Narrativen überlagerten Interpretationen der Vergangenheit bilaterale Kontakte aktuell belasten. Gerade weil im Falle der baltischen Staaten und ihrem Verhältnis zur Russischen Föderation die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt der geschichtspolitischen Diskussionen steht, ist eine Studie zu den Tiefenströmungen im historischen Gedächtnis, aber auch zu den historischen Bedingungen der „ersten russischen Zeit“ unter den Zaren wertvoll.

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