
 |  Dr. Alfred Eisfeld
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Nordost-Institut Lüneburg/IKGN - Deutsche in der Ukraine im 20. JahrhundertDie Deutschen der Ukraine stellten zu Beginn des 20. Jahrhunderts ca. 1/3 der gesamten deutschen Population des Russischen Reiches und später, der UdSSR. Sie bildeten Siedlungsschwerpunkte in Wolhynien, im Gouvernement Ekaterinoslav, in der Umgebung von Odessa und auf der Krim. Darüber hinaus gab es eine deutsche Bevölkerung in zahlreichen Städten und Angehörige der Oberschicht (Regierungsbeamte, Großgrundbesitzer, Industrielle usw.). Bei dieser sehr heterogenen, überwiegend aber bäuerlichen Bevölkerung, waren vor dem Ersten Weltkrieg Modernisierungsimpulse deutlich zu erkennen.

Die politischen, sozialen und ökonomischen Umwälzungen (Erster Weltkrieg, Revolutionen des Jahres 1917, Bürgerkrieg, Aufbau der Sowjetmacht) haben die Ukraine grundlegend verändert. In der Monographie wird zu untersuchen sein, wie sich diese Prozesse vollzogen und welche Rolle die deutsche Bevölkerung dabei im Spannungsfeld zwischen Festhalten an Bewährtem und sozialistischem Aufbau, zwischen nationaler Integrität und Unterordnung unter ein denationalisiertes Gesellschaftssystem spielte, welche Überlebensstrategien und Mitwirkungsmöglichkeiten entwickelt und praktiziert werden konnten.

Der Zweite Weltkrieg und die Nachkriegsentwicklung sowie die Entwicklung am Ende des 20. Jahrhunderts werden als besondere Schwerpunkte des Themas jeweils in eigenen Kapiteln behandelt.

Diesen Fragestellungen kann nur im Kontext der gesamtsowjetischen Entwicklung und unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung der ukrainischen, polnischen, jüdischen und russischen Bevölkerung der Ukraine nachgegangen werden.

Die Untersuchung stützt sich auf bereits durchgeführte eigene Studien (Aufsätze und Dokumenteneditionen), auf entsprechende Archivalien aus Beständen zentraler und regionaler ukrainischer, russischer und deutscher Archive.

Ansprechpartner: Dr. Alfred Eisfeld

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