Nordost-Institut
IKGN / Institut f?r Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa e.V.
veranstaltungen




Migration: Integration, Isolation, Interaktion


Imperialer Zerfall und staatlicher Neuaufbau in der Zwischenkriegszeit

14.-16.10.2010

Nordost-Institut Lüneburg/IKGN - Migration: Integration, Isolation, Interaktion

Internationale Konferenz

“Failed states“ erzeugen Migration. Das gilt auch für die Situation des Zerfalls und des machtpolitischen Niedergangs der imperialen Großräume Deutschland und Russland mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und für den nachfolgenden Neuaufbau staatlicher Strukturen in Ostmittel- und Osteuropa in der beginnenden Zwischenkriegszeit. Das Stichwort Migration ruft zugleich die Frage nach der Integration von Zuwanderergruppen auf oder nach deren selbstgewählter bzw. fremdbestimmter Isolation. Migration, Integration und Isolation stehen wiederum in Wechselwirkungen zu den Perspektiven der Interaktion zwischen Mehrheiten und Minderheiten, deren Beziehungen durch die Grenzverschiebungen neu definiert werden mussten. Als Zwischenkriegszeit wird die Phase vom Zerfall der Imperien 1917/1918 und dem Abschluss der Revision der Nachkriegsordnung 1939/40 verstanden.

Einführung: Prof. Dr. Jochen Oltmer
Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück

Vorgesehen sind Vorträge zu folgenden Themen:

  • “Failed States“ und der Typus des “modernen“ Flüchtlings nach dem Ersten Weltkrieg;

  • Rassismus-Antisemitismus – Nationalismus vom Ersten bis zum Zweiten Weltkrieg;

  • Russländische Flüchtlinge vor Revolution und Bürgerkrieg in Deutschland;

  • “Volksdeutsche“ früherer deutscher und fremder Staatsangehörigkeit in der Migrationspolitik der Weimarer Republik;

  • Die Russlanddeutschen in der Politik des Kaiserreichs, der Weimarer Republik und des “Dritten Reichs“ im Vergleich;

  • Das nationalsozialistische Migrationsregime;

  • “Heim ins Reich“ “Volksdeutsche“ im “Großdeutschen Reich“;

  • Die Umsiedlung der Bessarabiendeutschen;

  • Deutschbalten im “Dritten Reich“;

  • Migration osteuropäischer Juden nach 1918;

  • Zwischen Abwanderungsdruck und Abwanderungszwang. Deutsch-jüdische Migration im “Dritten Reich“;

  • Aktivitäten von Protagonisten der deutschen Volkstumsbewegung im ausgehenden Zarenreich und in der frühen Sowjetunion am Beispiel der Wolgadeutschen;

  • Staatsangehörigkeitsrecht und Migrationspolitik der Sowjetunion in den 1920er-1930er Jahren;

  • Zwischen Schutzanspruch und Unterdrückung. Instrumentalisierung von Minderheiten im gespaltenen Europa;

  • Deutsche und österreichisch-ungarische Kriegsgefangene im bolschewistischen Machtkalkül;

  • Europäische Politemigranten in der UdSSR;

  • Rekruten für ein “Sowjetdeutschland“. Deutsche Internationalisten/Kommunisten im Dienste Lenins und Stalins (1918-1940);

  • Ernst Reuter in Russland und an der Wolga;

  • Zugewanderte Fachleute auf den “Baustellen des Sozialismus“ in der Sowjetunion der 1930er Jahre;

  • Tschechoslowakische Zuwanderer in der UdSSR;

  • Eine Heimat, “wo wir mehr zu Hause wären“. Zur Neuentdeckung Deutschlands als “historische Heimat“ der Russlanddeutschen (1917-1940);

  • Die Deutschen in Russland und der Friedensvertrag von Brest-Litovsk;

  • Wolgadeutsche Emigranten in Deutschland 1918-1940;

  • “Der schwere Weg nach Hause“. Wolgadeutsche Rückwanderung nach Sowjetrussland (1924-1926);

Vorschläge und Anregungen zum Tagungsprogramm sind willkommen.

Victor Herdt, Göttingen und Jochen Oltmer, Osnabrück
im Februar 2010







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