Dokumentenband: Der Große Terror in der Ukraine

"Bol'šoj terror" v Ukraine: nemeckaja operacija 1937-1938 gg.
[Der Große Terror in der Ukraine: Die deutsche Operation der Jahre 1937-1938]

Herausgeber: Alfred Eisfeld, Andrij Kogut, Sergij Kokin, Otto Luchterhandt, Iryna Ljabach, Natalija Serdjuk, Joachim Tauber

Der Dokumentenband "Bol'šoj terror" v Ukraine: nemeckaja operacija 1937-1938 gg. [Der Große Terror in der Ukraine: Die deutsche Operation der Jahre 1937-1938] wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts des Nordost-Instituts (IKGN e.V.) in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Behördenarchiv des Sicherheitsdienstes der Ukraine erarbeitet. In den Band wurden 258 Dokumente der Jahre 1934 bis 1991 aufgenommen.

Dem Dokumententeil sind ein Vorwort des Redaktionskollegiums, ein Beitrag zur Historiographie des Themas (S. Kokin) und eine Einführung in das Thema (A. Eisfeld) jeweils in ukrainischer und russischer Sprache vorangestellt. In der Einführung wurden Dokumente der RKP(B) und der Sicherheitsorgane der UdSSR ab 1922, Dokumente aus dem Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes u. a. zur Klärung der Politik der Sowjetmacht und des Einflusses der Entwicklung in Deutschland in Bezug auf die deutsche Zivilbevölkerung in der UdSSR analysiert.
Die Dokumente (Befehle und Informationsrundschreiben [orientirovka] der OGPU und des NKVD) belegen, dass die deutsche Bevölkerung seit Mitte der 1920er Jahre als innerer Feind galt. Nach der Machtergreifung der NSDAP wurde ihr die Rolle einer "fünften" Kolonne zugeschrieben, die im Kriegsfall im Rücken der Roten Armee Sabotage und Terrorakte verüben würde.
Der Befehl des NKVD der UdSSR Nr. 00439 vom 25. Juli 1937 richtete sich nicht nur gegen reichsdeutsche Staatsangehörige, wie dies gelegentlich in Publikationen dargestellt wird. In Ziff. 4 des Befehls wurde die endgültige Zerschlagung des von Agenten des deutschen Nachrichtendienstes geschaffenen Umfeldes (nizovka) gefordert. In Ziff. 5 wurde verdeutlicht, dass dazu sowohl deutsche Sowjetbürger, als auch Angehörige anderer Staaten zu zählen sind. Diese beiden Hinweise erweiterten den Personenkreis der potentiellen Opfer und stellten die Weichen auf Massenverhaftungen. Die Ausweitung der Repressionen, deren einzelnen Etappen wurden im Dokumentenband durch Befehle, Rundschreiben, Verhörprotokolle, Sitzungsprotokolle der "Trojka" in den Gebieten, Bestätigungen der vorgeschlagenen Strafmaße durch die "Dvojka" des NKVD der UdSSR, Anweisungen zum Vollzug der Erschießungen und Vollzugsmeldungen darüber, Berichte über den Verlauf der Verhaftungen und Statistiken dokumentiert. Als Faximile veröffentlichte Dokumente vermitteln einen optischen Eindruck von unterschiedlichen Gattungen analysierter Archivalien. Eine Dokumentenübersicht, Namens- und Ortsverzeichnisse, ein Verzeichnis verwendeter Abkürzungen und Kurzbiographien von Angehörigen des NKVD und der deutschen Konsulate ermöglichen die Lektüre des umfangreichen Werkes.

Die Dokumente sind in russischer Sprache veröffentlicht, Vorwort und Einführung in ukrainischer und russischer Sprache.

Kiev 2018, 1248 S., Hardcover, ISBN: 978-617-684-167-8, 43,00 €

Der Titel ist über unser Institut beziehbar.

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