Unter dem wachsamen Auge des Staates: Religiöser Dissens der Russlanddeutschen in der Breschnew-Ära

 

Monographie / Victor Dönninghaus zusammen mit Andrej Savin und Johannes Dyck (Bonn)


Die Politik gegenüber religiösen Organisationen unterlag in der UdSSR mit Beginn der 1960er Jahre wesentlichen Veränderungen. Der Staat gestand der Mehrheit von ihnen - soweit sie zur öffentlichen Bekundung ihrer Loyalität bereit waren - das Recht auf eine besondere Rolle in der Gesellschaft zu. Da unter Leonid Breschnew die politische Führung von Chruschtschows Plan Abstand nahm, in kürzester Zeit eine kommunistische Gesellschaft aufzubauen, wurde für die Mehrheit der religiösen Organisationen, besonders die Russische Orthodoxe Kirche, der Zwang zur Anpassung an das sowjetische Regime abgeschafft. Unter gelockerten Bedingungen erhielten nun diejenigen Kirchen, die sich parteikonform verhielten, in begrenztem Maße Entfaltungsmöglichkeiten. Diese Vereinbarung bestand bis zum Ende der UdSSR.

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Der jüdische Arbeitseinsatz in Litauen 1941-1944

Der jüdische Arbeitseinsatz in Litauen 1941-1944                                          Info zur Monographie

Habilitation / Joachim Tauber

Die Holocaust-Forschung hat ihr Hauptaugenmerk in Litauen vor allem auf die Vernichtungsaktionen im Herbst 1941 gerichtet, wobei in den letzten Jahren auch die Beteiligung von Litauern an den Massakern der Einsatzgruppe A der Sicherheitspolizei und des SD immer stärker in den Fokus rückte. Die Massenmorde in Litauen heben sich durch die Rasanz und Dynamik des Prozesses sowie durch die Beteiligung von Einheimischen hervor. Bis Anfang Dezember 1941 war die große Mehrheit der litauischen Juden den Mordkommandos zum Opfer gefallen.

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Nordosteuropa im Wirkungsbereich Deutschlands und Russlands im 18.-20. Jahrhundert

Nordosteuropa im Wirkungsbereich Deutschlands und Russlands im 18.-20. Jahrhundert
Begriffe, Prozesse, Diskurse

Dr. Andreas Lawaty

Das Forschungsprojekt wendet sich dem Vergleich und der wechselseitigen Verknüpfung von historischen Erfahrungen in einem Nordosteuropa zu, das während der Zeit moderner Nationsbildungsprozesse und sozialer Emanzipationsbewegungen der Herrschaft bzw. der Einwirkung zweier Großmächte (die sich im Zeitalter moderner, ethnisch definierter Nationen gerne auch als „Großnationen“ gerierten) – nämlich Deutschlands (v.a. Preußen-Deutschlands, aber auch Österreichs) und Russlands – ausgesetzt war.

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History Writing in Exile

History Writing in Exile                                                                                  Info zum Sammelband

Forschungs- und Publikationsprojekt / Andreas Lawaty, Maria Zadencka, Stefan Berger

Das Forschungsprojekt „History Writing in Exile“ ist ein konzeptionell und operativ zusammen mit der Universität Stockholm (Maria Zadencka) sowie der Universität Manchester (Stefan Berger) betreutes Vorhaben. Zusammengehalten wird das Forschungs- und Publikationsprojekt durch die Erkenntnis, dass viele Historiker aus allen Ländern Ostmitteleuropas nach 1939/1945 – so wie vor ihnen auch russische und deutsche/jüdische, später deutsche Vertriebene – infolge von Kriegen, Revolutionen und der Ost-West-Teilung ins Exil gegangen sind. Diese Historiker und Historikerinnen haben entweder Prozesse kultureller, fachlicher und politischer Integration in den aufnehmenden Ländern durchgemacht, oder sich der

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Legitimations- und Repräsentationsstrategien russischer Herrschaft an der Ostsee

Legitimations- und Repräsentationsstrategien russischer Herrschaft an der Ostsee:
Von den Ostseeprovinzen Russlands zu den baltischen Sowjetrepubliken

Dr. Karsten Brüggemann (ehem. Projektmitarbeiter, DFG-Bewilligung vom 06.04.2005)

Die Relevanz einer historischen Untersuchung der Frage, wie Russland bzw. die Sowjetunion die eigene Herrschaft über die baltische Küstenregion von Narva bis zur Kurischen Nehrung definiert, kontextualisiert und legitimiert hat, ist nicht zuletzt durch die tagespolitische Entwicklung im Förderzeitraum 2005 bis 2009 demonstriert worden. Von den Feierlichkeiten auf dem Roten Platz im Mai 2005 über die Versetzung des Tallinner „Bronzenen Soldaten“ im April 2007 bis hin zur 2009 beschlossenen Einsetzung einer russischen Präsidentenkommission, die sich mit „Fälschungen“ der Geschichte auseinandersetzen soll, hat sich gezeigt, wie sehr die diversen, von den jeweiligen nationalen Narrativen überlagerten Interpretationen der Vergangenheit bilaterale Kontakte aktuell belasten. Gerade weil im Falle der baltischen Staaten und ihrem Verhältnis zur Russischen Föderation die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt der geschichtspolitischen Diskussionen steht, ist eine Studie zu den Tiefenströmungen im historischen Gedächtnis, aber auch zu den historischen Bedingungen der „ersten russischen Zeit“ unter den Zaren wertvoll.

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