History Writing in Exile                                                                                  Info zum Sammelband

Forschungs- und Publikationsprojekt / Andreas Lawaty, Maria Zadencka, Stefan Berger

Das Forschungsprojekt „History Writing in Exile“ ist ein konzeptionell und operativ zusammen mit der Universität Stockholm (Maria Zadencka) sowie der Universität Manchester (Stefan Berger) betreutes Vorhaben. Zusammengehalten wird das Forschungs- und Publikationsprojekt durch die Erkenntnis, dass viele Historiker aus allen Ländern Ostmitteleuropas nach 1939/1945 – so wie vor ihnen auch russische und deutsche/jüdische, später deutsche Vertriebene – infolge von Kriegen, Revolutionen und der Ost-West-Teilung ins Exil gegangen sind. Diese Historiker und Historikerinnen haben entweder Prozesse kultureller, fachlicher und politischer Integration in den aufnehmenden Ländern durchgemacht, oder sich der

Integration verschlossen. Sie haben gleichsam als „Displaced Persons“ ihre Heimat sich defensiv oder neu gedeutet. Für den Erhalt der nationalen historiographischen Traditionen, für das internationale Aushandeln der Geschichte und auch für die Zeit nach dem Ende des politischen Exils waren sie von Wirkung und Bedeutung. Die Spezifik dieser Wirkung und Bedeutung will untersucht werden, ebenso Fragen der Entstehung nationaler Historikermilieus im Exil, ihr politisches Engagement und deren Integration in den gastgebenden Ländern. Dies bedeutet unter anderem, Prozesse von Wissenstransfer und  der identitätsstiftenden Funktion der Geschichtsschreibung in den Blick zu nehmen. Es sollen nicht nur die Exilschicksale einer Gruppe von „politischen Intellektuellen“ rekonstruiert, sondern einem spezifischen Problem der historischen Bewusstseinsbildung international vergleichend mit ideengeschichtlichen und wissenssoziologischen Mitteln nachgegangen werden.

Zum Projekt wurden bereits mehrere Workshops und eine Tagung (Programm als PDF-Datei) durchgeführt.

Ein Sammelband mit ausgewählten Tagungsbeiträgen ist im Juli 2015 erschienen.

Eine systematische Darstellung der Exilmilieus von Historikern aus den einzelnen Ländern soll dem folgen.

Letzte Aktualisierung: 14.09.2015