Sommersemester 2014

Apl. Prof. Dr. Dr. h.c. Victor Dönninghaus gemeinsam mit Prof. Dietmar Neutatz

Hauptseminar (Bachelor, Master, Lehramt): Die Russlanddeutschen und ihre Nachbarn in Russland und Deutschland (18.-21. Jh.).

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Historisches Seminar, Donnerstag, 10-12 Uhr c.t., Raum: 4429

Mit der Zuwanderung Hunderttausender Aussiedler aus den GUS-Staaten sind die Russlan-deutschen seit dem Ende der achtziger Jahre ins Blickfeld der Öffentlichkeit und der histori-schen Forschung gerückt. Das Seminar behandelt die wechselhafte Geschichte der Deutschen in Russland seit dem 18. Jahrhundert im Kontext der Entwicklung Russlands und der Sowjetunion sowie der deutsch-russischen Beziehungen. Besonderes Augenmerk wird den Wechselwirkungen mit der jeweiligen Umwelt gewidmet. Das gilt sowohl für die andersethnischen Nachbarn in Russland, der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten als auch für die Problematik der Aussiedlerintegration in Deutschland.

In diesem Seminar werden keine Referate gehalten, sondern es erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem Thema in Gruppenarbeiten, Diskussionen und anderen Formen gemeinsamer Arbeit. Kenntnisse des Russischen sind günstig, werden aber nicht vorausgesetzt. Von der ersten auf die zweite Sitzung ist ein Essay abzuliefern, der als Teil der Studienleistung gilt. Das fristgerechte Erbringen dieser Studienleistung ist Voraussetzung für den weiteren Besuch des Seminars. Thema und Literatur werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben.

Die Leistungsanforderungen für Studierende des Historischen Seminars werden zu Beginn der Lehrveranstaltung bekanntgegeben.

Einführende Literatur:
-Deutsche Geschichte im Osten Europas. Rußland. Hg. v. Gerd Stricker. Berlin 1997.
- Eisfeld, Alfred: Die Rußlanddeutschen. Mit Beiträgen von Detlef Brandes und Wilhelm Kahle. 2. Aufl. München 1999.
- Koch, Stefan: Neue Nachbarn. Rußlanddeutsche Lebenswege von Ost nach West. Hg. v. Jochen Welt. Göttingen 2000.
- Aussiedler: deutsche Emigranten aus Osteuropa. Hg. v. Klaus J. Bade und Jochen Oltmer. Osnabrück 1999.

 

Prof. Dr. Dr. h.c. Victor Dönninghaus gemeinsam mit Prof. Dietmar Neutatz

Hauptseminar: Leonid Breschnew - der verkannte Politiker.

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Historisches Seminar, Donnerstag, 14-16 Uhr c.t. – Raum: Breisacher Tor 206

Leonid Breschnew ist im westlichen Geschichtsbild weithin Inbegriff der vergreisten und kranken Führungsriege, die in den siebziger Jahren an der Spitze der Sowjetunion stand. In der Perestrojka wurde für die Breschnewära die verächtliche Bezeichnung „Stagnation“ geprägt. Meinungsumfragen im heutigen Russland bescheinigen Breschnew jedoch eine Beliebtheit und Popularität, wie sie kaum ein anderer früherer russischer bzw. sowjetischer Politiker beanspruchen kann. Die Menschen erinnern sich an die sechziger und frühen siebziger Jahre als die „goldene Zeit“ der Sowjetunion, als sie endlich begonnen hatten, „normal“ zu leben und einen bescheidenen Wohlstand zu genießen. Ausgehend von diesem Befund widmet sich das Seminar der Person Breschnews und ihrer Bedeutung für die Geschichte der Sowjetunion. Anhand von Breschnews Biographie werden typische Prägungen seiner Generation und wichtige Entwicklungen während seiner Amtszeit herausgearbeitet.

Kenntnisse des Russischen sind günstig, werden aber nicht vorausgesetzt. Von der ersten auf die zweite Sitzung ist ein Essay abzuliefern, der als Teil der Studienleistung gilt. Das fristgerechte Erbringen dieser Studienleistung ist Voraussetzung für den weiteren Besuch des Seminars. Thema und Literatur werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben.

Die Leistungsanforderungen für Studierende des Historischen Seminars werden zu Beginn der Lehrveranstaltung bekanntgegeben.

Einführende Literatur:
- Handbuch der Geschichte Rußlands. Bd. 5/1+2: 1945-1991. Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion. Hg. v. Stefan Plaggenborg. Stuttgart 2002-2003.
- Hildermeier, Manfred: Geschichte der Sowjetunion 1917-1991. Entstehung und Niedergang des ersten sozialistischen Staates. München 1998.
- Neutatz, Dietmar: Träume und Alpträume. Eine Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert. München 2013.

 

Dr. Katrin Steffen

Seminar (MA-MI-MII-IntPol-GPO): Flucht und Vertreibung in Europa im 20. Jahrhundert

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Flucht und Vertreibung, Evakuierung, Bevölkerungsaustausch und Zwangsaussiedlung haben die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert entscheidend geprägt. Politische, religiöse oder ökonomische Gründe führten dazu, dass Millionen von Menschen zu Staatenlosen, Flüchtlingen und Vertriebenen mit traumatischen Erfahrungen gemacht wurden, die bis heute in den jeweiligen Gesellschaften und Familien nachwirken. Angefangen mit den Balkankriegen in den Jahren 1912 und 1913 setzten sich Flucht und Vertreibung in und kurz nach dem Ersten Weltkrieg fort, bevor mit dem Hitler-Stalin-Pakt von 1939 und dem Zweiten Weltkrieg eine neue Welle massenhafter Vertreibungen, umfangreicher Umsiedlungen und Deportationen zahlreicher ethnischer und religiöser Gruppen vor allem im östlichen Europa begann. Nach dem Krieg wurden dann aus Ostmittel- und Südosteuropa Millionen von Menschen vertrieben, zahlreiche Deutsche, aber auch Polen, Ukrainer und viele mehr. Nach dem Zerfall Jugoslawiens in den 1990er Jahren befanden sich erneut Millionen Menschen auf der Flucht, darunter auch viele Roma, deren Status in Europa bis heute prekär ist.

In dem Seminar sollen Motive, Ziele und Ergebnisse dieser Prozesse vergleichend vom Beginn des Jahrhunderts bis in die heutige Zeit analysiert und gefragt werden, wie nationale oder religiöse Homogenisierung ein so attraktives Konzept werden konnte, dass Flucht, Vertreibung und Gewalt zur Verwirklichung eingesetzt oder in Kauf genommen wurden. Neben der Analyse der Prozesse selbst werden die Erinnerungen an sie und ihre Wirkungen einbezogen, in einem Europa, das Flüchtlingen aus anderen Weltregionen heute oftmals als „Festung“ gilt.

Empfohlene Literatur:  
- Jan Piskorski, Die Verjagten. Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts, München 2013.  
- Philipp Ther, Die dunkle Seite der Nationalstaaten: "Ethnische Säuberungen" im modernen Europa, Göttingen 2011.
- Maren Röger, Ereignis- und Erinnerungsgeschichte von „Flucht und Vertreibung“, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 1 (2014), S. 49-64.


PD Dr. Joachim Tauber

Hauptseminar (V/H/ERW H - N - Eu;OE; FW): Geschichte des Zweiten Weltkriegs [History of World War II]

Universität Hamburg, Historisches Seminar; FB Geschichte, Freitag 10-12 Uhr


Die Vorlesung führt in die Geschichte des Zweiten Weltkrieges ein. Neben einer klassischen Darstellung der politischen und militärischen Entwicklung soll auf sozialgeschichtliche Fragestellungen vor allem am Beispiel des Deutschen Reiches eingegangen werden. Ein weiterer Schwerpunkt beschäftigt sich mit den Ereignissen hinter der Front: Neben den ideologischen Zielsetzungen und Massenverbrechen geht es um Widerstand und Besatzungserfahrungen sowie um Flucht und Vertreibung.

Literatur:
Gerhard L. Weinberg: A World at Arms. A Global History of WW II, Cambridge 2/2006 (auch in deutscher Übersetzung).

 

 

aktualisiert: 05.05.2014
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