Sommersemester 2019

PD Dr. Agnieszka Pufelska
Blockseminar:  Beutekunst und Eigentumsfragen im Ost-West-Verhältnis

Universität Potsdam, Philosophische Fakultät, Historisches Seminar, Am Neuen Palais 10, Raum 1.09.2.13, 
1 x monatlich freitags und samstags: 05.04.2019 - 12.07.2019

Seit geraumer Zeit spielt das Thema „Beutekunst“ in der medialen Berichterstattung eine große Rolle. Mit diesem Begriff wird der unrechtmäßige Erwerb von Kulturgütern im Zusammenhang mit Kriegshandlungen beschrieben. Die „Beutekunst“ ist ein historisches Problem, ein juristisches Problem und ein politisches Problem. Im Ost-West-Verhältnis gestalten sich die Verhandlungen über die Provenienz und die Rückführung der „Beutekunst“ besonders schwierig.
Im Seminar sollen die juristischen, politischen und historischen Argumentationen und Strategien der jeweiligen Seite - Deutschland, Österreich, Russland, Polen - dargestellt und diskutiert werden. An konkreten Debatten und Beispielen wird auch der Umgang dieser Länder mit Kulturgütern aus ehemals jüdischem Eigentum thematisiert. Ziel ist es, darüber nachzudenken, ob und wie die „Beutekunst“ als Teil einer gemeinsamen europäischen Kultur begriffen werden kann.

Literatur:

Wird zu Beginn des Semesters bekanntgegeben.

 

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Dr. Katrin Steffen
Seminar:  Tourismus im Kalten Krieg. Begegnungen zwischen West- und Osteuropa in der Zeit von 1945-1989

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg,  Freitag 10-12 Uhr, Seminarraum 8 (Raum 2.35)[EA-26-27]
wöchentlich: 05.04.2019 - 12.07.2019

Aufgrund der politischen Situation im Kalten Krieg, die den europäischen Kontinent und die Welt nach dem Zweiten Weltkrieg erheblich prägte, kam eine besondere Art des kontrollierten Reisens zustande, die vor allem seit den 1950er Jahren eine stetig anwachsende Bedeutung für die Kontakte zwischen Ost- und Westeuropa hatte. Um diesem Phänomen nachzugehen, soll zunächst eine methodologische Annäherung an den Begriff des „Tourismus“ und seine vielfältigen Ausformungen (etwa Bildungsreisen, Abenteuertourismus, Erholungsurlaub, „Dark Tourism“, familiäre Bindungen, Heimattourismus) erfolgen, um die Bedeutung der Tourismusgeschichte für das Verständnis moderner Gesellschaften und ihrer alltäglichen Kulturtechniken auszuloten. Für die Zeit des Kalten Krieges rücken dann zum einen die politisch motivierten Überformungen des Tourismus in den Vordergrund: Seine gezielte Förderung und soziale Ausweitung mit ideologisch motivierten Hintergedanken von Erziehung und Kontrolle und seine praktische Instrumentalisierung mit dem Ziel der Propagierung der staatssozialistischen Systeme und der Völkerfreundschaft. Auf der anderen Seite konnte die räumliche, zeitliche, soziale und kulturelle Grenzenlosigkeit, die dem Tourismus inhärent ist, nicht total eingedämmt werden. Hier gilt es, über die beteiligten Akteurinnen und Akteure (sowohl die Reisenden als auch die Vertreterinnen und Vertreter der Tourismusindustrien) zu fragen, ob aus touristischen Begegnungen zwischen Ost und West auch schwer zu kontrollierende Gefahren für die sozialistischen Systeme entstanden, ob der Tourismus als kultureller Transmissionsriemen zwischen den Systemen funktionierte und sie so weniger hermetisch machte, und ob er daran beteiligt war, das Bewusstsein für einen einheitlichen europäischen Kulturraum zu formen oder zu erhalten. 

 

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Prof. Dr. Joachim Tauber
Hauptseminar: Lebenswelt Ghetto. Zur Sozialgeschichte einer Zwangsgesellschaft
[Lifeworld Ghetto. On the Social History of a Compulsory Society]

Universität Hamburg, Historisches Seminar, FB Geschichte - Osteuropastudien, Überseering 35#5, Freitag 10-12 Uhr, Raum Ü35-01021 (alt: Phil 972),
(Veranstaltungsnummer: 54-328),
wöchentlich: 05.04.2019 - 12.07.2019 (Pfingstferien: 09.06.-16.06.19)

Ghettos werden meist als temporäre Stationen auf dem Weg zur Vernichtung angesehen. Erst in jüngster Zeit wurden die Ghettos auch als Lebenswelten verstanden, in denen es eine spezifische Form von Alltag und sozialen Interaktionen gab. Diese besondere Normalität einer Zwangsgesellschaft steht im Mittelpunkt der Veranstaltung. Die Politik der Judenräte, der jüdische Arbeitseinsatz, aber auch die sozialen und kulturellen Maßnahmen sowie der jüdischen Widerstand gegen die Nationalsozialisten bilden Schwerpunkte des Seminars.
Einführende Literatur:

- Isaiah Trunk: Judenrat. The Jewish Councils in Eastern Europe under Nazi Occupation, Erstauflage London 1972;
- Andrea Löw: Juden im Ghetto Litzmannstadt. Lebensbedingungen, Selbstwahrnehmung, Verhalten, Göttingen 2006;
- Joachim Tauber: Arbeit als Hoffnung. Jüdische Ghettos in Litauen 1941-1944. Berlin/Boston 2015;
- Mendel Balberyszki: Stronger than Iron. The Destruction of Vilna Jewry 1941-1945: An Eyewitness Account, Jerusalem 2010.


Studienleistungen/Prüfungsleistungen: Für den Scheinerwerb werden ein Referat von ca. 30 Min. und eine schriftliche Hausarbeit erwartet.

 

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Dr. Anja Wilhelmi
Übung:  Italien als Sehnsuchtsort - Reisende Frauen im 18. und 19. Jahrhundert
[Italy as a Place of Longing - Travelling Women in the 18th and 19th Century]

Universität Hamburg, Historisches Seminar, FB Geschichte - Osteuropastudien, Überseering 35#5, Donnerstag 12-14 Uhr, Raum Ü35-02062 (alt: Phil 964),
(Veranstaltungsnummer: 54-237),
wöchentlich: 04.04.2019 - 11.07.2019 (Pfingstferien: 09.06.-16.06.19)

Neben Reisemöglichkeiten und Reiseerfahrungen von Frauen steht Italien als "klasssischer" Sehnsuchtsuchtsort (nach dem Vorbild von J.W. v. Goethe) im Fokus des Seminars. Italien als Ort der künstlerischen Inspiration, Reisen als Mittel der persönlichen Entwicklung und auch Reisen als Mode werden Aspekte der gemeinsamen Diskussion im Seminar sein.
Neben der aktiven Teilnahme wird die Bereitschaft zur Diskussion und zum Lesen von zeitgenössischen Quellen (auch Handschriften) erwartet.

Einführende Literatur:

- Katrin Seibert: Rom besuchen : Italienreisen deutscher Künstlerinnen zwischen 1750 und 1850, München 20XX;
- Klaus H. Kiefer: Auch ich in Arkadien? : Kunst und Wirklichkeit in den Italienreisen der Goethezeit (unter besonderer Berücksichtigung von Goethes Italienischer Reise,München 1993;
- Irmela Körner: Frauen reisen nach Italien. Wien 2005.


Studienleistungen/Prüfungsleistungen: Regelmäßige Teilnahme, Sitzungsgestaltung mit schriftlicher Ausarbeitung.

 

 04.04.2019
Letzte Aktualisierung: 18.07.2019

 

 

 

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