Unverhoffte Nähe.

Vortragsreihe Literarische Nachbarschaften im östlichen EuropaProf. Dr. Thomas Taterka

Dienstag, 7. Mai 2013, 20:00 Uhr

Unverhoffte Nähe. Zur Rolle der deutschen Literatur bei der Ausbildung
einer lettischen Nationalliteratur

Prof. Dr. Thomas Taterka (Riga)

Veranstaltungsort: Brömsehaus, Am Berge 35

Veranstalter: Nordost-Institut (IKGN e. V.) und Literaturbüro Lüneburg e. V.

 

Die Literatur in lettischer Sprache war in ihren Anfängen (Zeitalter der Reformation) die Domäne einer kleinen deutsch(baltisch)en Oberschicht, die kolonial über eine kompakte lettische Unterschicht herrschte. Mit dem Auftreten der ersten Generationen lettischer Gebildeter geht sie Mitte des 19. Jahrhunderts allmählich in „lettische Hände“ über. Im Vorgang des „nationalen Erwachens“ wird sie zu einer nationalpatriotischen Unternehmung.

Bis tief in das 20. Jahrhundert hinein bleibt die lettische Literatur trotzdem deutsch geprägt, sucht Anregungen und Bezüge fast ausschließlich im deutschen Sprachraum. Viele ihrer kanonischen Vertreter begründen ihre Autorschaft zunächst in der Bildungssprache Deutsch, bevor sie zum Schreiben in der Muttersprache Lettisch übergehen.

Thomas Taterka studierte Germanistik und Anglistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 1992 bis 1997 arbeitete er als DAAD-Lektor an der Universität Genua, seit 1999 an der Universität Lettlands (LU) in Riga. Seit 2006 ist er Direktor des Baltischen Germanistischen Zentrums an der LU, seit 2005 auch Gastdozent für Literatur- und Kulturwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz sowie seit 2011 Honorarprofessor für Deutsche Literatur und Kulturwissenschaft an der Universität Tampere in Finnland.

Eintritt: frei

 

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