"Kollaboration" in Nordosteuropa

Kollaboration in Nordosteuropa
Erscheinungsformen und Deutungen im 20. Jahrhundert

Joachim Tauber (Hrsg.)

Wiesbaden: Harrassowitz 2006. 478 S.

(Veröffentlichungen des Nordost-Instituts; 1).

 

ISBN 978-3-447-05367-9

zu beziehen über den Buchhandel

38.00 EUR

 

Das in den vergangenen Jahren in Osteuropa intensiv diskutierte Problem der Kollaboration mit der deutschen Besatzungsmacht während des Zweiten Weltkriegs erhält seine aktuelle Brisanz aus der Frage nach der politischen und moralischen Mitverantwortung und Mitbeteiligung der Besiegten und Okkupierten an der nationalsozialistischen Besatzungs- und Vernichtungspolitik. Dabei geht es in der Diskussion auch um Begriffe wie nationale Identität und ‚Würde‘, vor deren Hintergrund eine Zusammenarbeit mit dem Feind als ‚Verrat’ empfunden wurde (und wird). In Nordosteuropa ist das Problem der Kollaboration zudem eingebettet in eine komplexe ethnische Struktur und damit verbundene traditionelle Konfliktlagen, die auch während des Zweiten Weltkrieges eine große Bedeutung besaßen.

Der vorliegende Band beschränkt sich deshalb nicht nur auf die Jahre zwischen 1939 und 1945, sondern verfolgt zudem den Ansatz, den Begriff Kollaboration auch außerhalb seiner zeitlichen Gebundenheit an den Zweiten Weltkrieg auf seine Tauglichkeit für die Analyse von Phänomenen zu untersuchen, die in der Zeit vor 1939 und nach 1945 im Spannungsfeld zwischen Nation und Fremdherrschaft eine zentrale Bedeutung hatten und in den nationalen Historiographien lange verdrängt wurden. Den regionalen Schwerpunkt bilden Polen, Litauen, Lettland und Russland/Sowjetunion, ergänzt um einen Beitrag zur Tschechoslowakei. Fallstudien bieten Einblicke in die Ereignisse, aber auch in die historiographische und politisch-gesellschaftliche Auseinandersetzung während und nach den Geschehnissen. Ergänzt werden die Länderstudien durch grundlegende Beiträge zu den Begriffen ‚Kollaboration‘ und ‚Fremdherrschaft‘. Die an dem Band beteiligten Historiker stammen aus den USA, Großbritannien, Polen, Litauen, Russland und Deutschland.

Interessentengruppen:
Historiker, Osteuropahistoriker, Zeithistoriker, Kulturwissenschaftler, Slawisten, Sozialwissenschaftler

zum Inhaltsverzeichnis (PDF)


Rezension in:

FAZ v. 1.10.2007/Feuilletton.de

Humanities an Social Sciences (H-Net ONLINE)

Journal of Baltic Studies 38(2007), no. 4, S. 480-483

Wissenschaftlicher Literaturanzeiger

Zeitschrift für Politikwissenschaften ZPol-Bibliografie 2/07 S. 610

Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung 56 (2007), H. 3, S. 440-442

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.