Wintersemester 2011 / 2012

  • Dr. Andreas Lawaty

    Übung:

    Erinnerungskultur und Geschichtspolitik in Ostmitteleuropa

    Universität Hamburg, Historisches Seminar, Mittwoch 14-16 Uhr, Raum 964

    Erinnerungsvermögen ist eine anthropologische Konstante, deren Ausdrucksform, gesellschaftlicher Stellenwert und Funktionalität einem kulturhistorischen Wandel unterliegen. Seit über dreißig Jahren sind „Gedächtnis und Erinnerung“ zum Gegenstand einer fast ausufernden Forschung in diversen Ansätzen und Disziplinen geworden. Seit über zwanzig Jahren feuert der Umbruch in Europa politische, gesellschaftliche und kulturelle Selbstfindungsprozesse neu an. Die Überwindung der Ost-West Teilung Europas wirft aber nicht nur die Frage nach einem „europäischen Gedächtnis“ auf. Nationale Erinnerungskulturen müssen vielmehr mit dem Erbe von zwei Totalitarismen fertig werden. Wie sind die Erkenntnisse der Geschichtswissenschaft, die Wahrheit der Erinnerung und die Normativität der Geschichtspolitik in Einklang zu bringen? Wie werden die Gesellschaften Ostmitteleuropas damit fertig? Und wie steht es mit dem „kommunikativen Gedächtnis“ zwischen den Nationen Europas? Große Themen, die anhand von einigen kleineren Fragen vertieft werden sollen.

    Literatur:

    - Christian Gudehus (Hrsg.): Gedächtnis und Erinnerung. Ein interdisziplinäres Handbuch, u. a. Stuttgart: Metzler, 2010;
    - Stefan Troebst (Hrsg.): Postdiktatorische Geschichtskulturen im Süden und Osten Europas: Bestandsaufnahme und Forschungsperspektiven, Göttingen: Wallstein, 2010;
    - Zdzisław Krasnodębski (Hrsg.): Last der Geschichte?: kollektive Identität und Geschichte in Ostmitteleuropa; Belarus, Polen, Litauen, Ukraine, Hamburg: Kovac, 2008.

 

  • Dr. Konrad Maier

    Seminar:
    Einführung in die Kulturgeschichte Estlands. Von der Bauernbefreiung bis zum Ende der ersten Unabhängigkeit 1816-1940

    Universität Hamburg, Institut für Finnougristik und Uralistik, Freitag 10-12 Uhr, Raum 007


    Hauptthema des Seminars ist die Untersuchung der kulturgeschichtlichen Entwicklungen im estländischen und livländischen Gouvernement bzw. in Estland vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Annexion der Republik Estland durch die Sowjetunion im Jahre 1940. Ausgehend von theoretischen Überlegungen Miroslav Hrochs zum nationalen bzw. kulturellen Erwachen kleiner Völker sowie den Forschungen von Toivo U. Raun und Ea Jansen soll am Beispiel Estlands – in allen Facetten historischer Entwicklungen – die Bedeutung kulturell relevanter Geschehnisse über ca. 150 Jahre untersucht und deren Auswirkungen auf den Prozess der allmählichen Nationswerdung Estlands – auch in Konkurrenz im Antagonismus zu anderen Modellen (Germanisierung, Russifizierung) – dargestellt werden. Während der Veranstaltung werden Hauptfelder kulturhistorischer Entwicklungen beleuchtet wie z.B. Volkskunde, Literatur, Musik und Theater, Bildende Kunst und Architektur, Pressewesen, aber auch Vereins- und Bildungspolitik, Schule und Universität im nördlichsten baltischen Land.

    Erwartet werden regelmäßige, aktive Teilnahme und ein mündliches Referat mit schriftlicher Ausarbeitung

    Literatur:

    - David Feest: Die Entstehung der estnischen Nation, in: Jörg Hackmann (Hrsg.): Estland – Partner im Ostseeraum, Lübeck 1998, S. 19-39
    - Ea Jansen: Die estnische Nationalbewegung: sozio-ökonomische Bedingungen und sozio-kulturelle Charakteristika, in: Proceedings oft he Estonian Academy of Sciences 41 (1992), H. 4, S. 260-276
    - Ea Jansen: On the Eve of a New Cultural Change, in: Proceedings of the Estonian Academy of Sciences. Humanities and Social Sciences 43 (1994), H. 3, S. 223-237
    - Toivo U. Raun: Estonian Literature, 1872-1914: A Source for Social History?, in: Journal of Baltic Studies XII (1981), Nr. 2, S. 120-128
    - Toivo U. Raun: Culture wars in Estonia at the beginning of the 20th century, in: Acta Historica Tallinnensia 4 (2000), S. 49-58

 

  • Dr. Katrin Steffen

    Übung (BA-VM-S):
    Biologie und Politik. Eugenische und sozialdarwinischte Ideen in der eropäischen Moderne

    Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Blockveranstaltung Freitag/Samstag 10-16 Uhr, Raum SR 233 
    Vorbesprechung am Donnerstag 13.10.2011 16-18 Uhr


    Die Biologie wandelte sich im 19. Jahrhundert von einer deskriptiven Naturgeschichte und wurde, nicht zuletzt unter dem Einfluss der Ideen von Charles Darwin, zu einer anerkannten Leitwissenschaft. Im Rahmen von biologistischem Denken wurden nun auch soziale und kulturelle Verhältnisse als naturwüchsig verstanden. Konzepte und Denkfiguren aus der Biologie beeinflussten in der Folge nicht nur andere Wissenschaften, sondern auch intensiv das politische Denken und die Vorstellung davon, was der Mensch eigentlich sei und wie die immer komplexer werdende Welt zum Beispiel mit Rassekonzepten, der Bevölkerungspolitik oder der Eugenik gestaltet werden könne. In der Übung soll anhand von Primär- und anderen Texten ein Überblick über die Entstehung und Ausbreitung solchen Denkens hergestellt werden, das mit biologistischen Argumenten soziale Ordnungsvorstellungen durchsetzen wollte. Dabei werden auch Kontinuitäten solchen Denkens in aktuellen Debatten etwa um genetische Merkmale bestimmter Bevölkerungsgruppen oder die Verbesserung des menschlichen Genpools eine Rolle spielen. Der Blick soll auch in den Osten des Kontinents, namentlich nach Polen, Russland und das Baltikum gerichtet werden.

    Weitere Termine:
    Fr. 28.10.2011; Sa. 29.10.2011; Sa. 05.11.2011; Fr. 16.12.2011; Sa. 17.12.2011

 

  • Dr. Joachim Tauber

    Osteuropa in der nationalsozialistischen Außenpolitik 1933-1941

    Universität Hamburg, Historisches Seminar, Dienstag 14-16 Uhr, Raum 964

    Die Außenpolitik des ‚Dritten Reiches’ zählt zu den am besten erforschten Bereichen der deutschen Geschichte. Daher geht es in der Veranstaltung neben der Ereignisgeschichte auch um die historiographische Auseinandersetzung und die verschiedenen Interpretationsansätze der Forschung. Ein Schwerpunkt wird auf die NS-‚Ostpolitik‘gelegt, die mit dem Überfall auf die Sowjetunion 1941 in einen Vernichtungskrieg führte.

    Literatur:
    - Klaus Hildebrand: Deutsche Außenpolitik 1933-1945 – Kalkül oder Dogma, Erstauflage Stuttgart u.a. 1971;
    - Manfred Funke. (Hrsg.): Hitler, Deutschland und die Mächte. Materialien zur Außenpolitik des Dritten Reiches, Erstauflage Kronberg/Ts. 1976;
    - Bernd-Jürgen Wendt: Großdeutschland. Außenpolitik und Kriegsvorbereitung des Dritten Reiches, Erstauflage München 1987.

 

  • Dr. Anja Wilhelmi

    Interdisziplinäres Seminar:
    Die Darstellung von Krankheit und Gesundheit in Bild und Text.

    Leuphana Universität Lüneburg

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