Wintersemester 2016/17

PD Dr. David Feest
Proseminar: Nationsbildung und nationale Minderheitenpolitik. Die Baltischen Republiken 1918 - 1940
Georg-August-Universität Göttingen, Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte, Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte, Mittwoch 10-13 Uhr (wöchentlich ab 19.10.2016)

Die Baltischen Republiken erklärten ihre staatliche Unabhängigkeit im Jahr 1918. Ihre Konsolidierung nach außen und nach innen war aber ein langwieriger Prozess. Die  Nationswerdung war bei weitem noch nicht abgeschlossen, und wurde zum zentralen Projekten der Nationalstaaten. Gleichzeitig erforderte die  multiethnische Wirklichkeit der Staaten Arrangements, mit denen nationale Minderheiten wie die Deutschbalten in diese Staaten integriert werden konnten. Das Seminar beschäftigt sich aus einer kulturhistorischen Perspektive mit diesen Prozessen der Staats- und Nationswerdung: Wie wurden die zentrale Ereignisse wie die Staatsgründung oder der Kampf gegen Sowjetrussland  aufgefasst und als Teil von größeren  Nationalgeschichte präsentiert? Welcher Zusammenhang bestand zwischen Kulturpolitik und nationaler Mobilisierung? Und welche Lösungen wurden für die Frage der nationalen Minderheiten gefunden?
        
Literatur:

Georg von Rauch: Geschichte der Baltischen Staaten. 3. Aufl. München 1990.

 

PD Dr. David Feest
Aufbauseminar: Biographien als Form historischer Forschung: Nutzen und Grenzen.
Georg-August-Universität Göttingen, Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte, Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte, Dienstag 12-14  Uhr (wöchentlich ab 18.10.2016)

Biographien sind eine  langlebige Form der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Von antiken Sagen über Herrscherviten und  religiös motivierte hagiographische Überlieferungen bis hin zu gegenwärtigen Biographien hat die Beschreibung der Lebenswege einzelner Menschen immer wieder dazu gedient, mythische oder reale Vergangenheit in einer zugänglichen, nachvollziehbaren Weise zu vergegenwärtigen.
Auch die  Wissenschaft hat diese Form genutzt, doch hat sie  Schwierigkeiten mit dem Genre gehabt.
Sind biographische Dartstellungen repräsentativ?  
Müssen sie es überhaupt sein?
Was ist der Zusammenhang zwischen individuellen Lebensgeschichten und gesellschaftlichen Strukturen?
Und in welchen Formen können Biographien erzählt werden?
Das Seminar beschäftigt sich mit diesen Fragen anhand theoretischer und biographischer Texte.
        
Literatur:

Zur Einführung: Bourdieu, Pierre:  Die biographische illusion. In: BIOS, 3 (1990), S. 75–81.

 

PD Dr. David Feest
Masterseminar: Stalinismus. Ideologie, Herrschaftssystem, Zivilisation
Georg-August-Universität Göttingen, Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte, Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte, Montag 14-16  Uhr (wöchentlich ab 24.10.2016)

Die Frage, was Stalinismus eigentlich sei, ist je nach methodischer Perspektive sehr unterschiedlich beantwortet worden.
Während einige Historiker die ideologischen Grundlagen des stalinistischen Systems in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt haben, haben andere die zentralistische Herrschaftsausübung, den Personenkult oder  die exessive Gewalt als wesentliche Eingenschaften des Systems betont.
In dem Seminar werden anhand von ausgewählter Literatur und Quellen die Grundzüge des stalinistischen Systems diskutiert.
Russischkenntnisse sind nicht notwendig, Englischkenntnisse sind sehr zu empfehlen.
        
Literatur:

Zur Einführung: Baberowski, J.:  Der Rote Terror. Die Geschichte des Stalinismus. München 2003.

 

PD Dr. David Feest
Mastervorlesung: Deutsche und Russen vom 18.-21. Jh. eine Beziehungsgeschichte
Georg-August-Universität Göttingen, Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte, Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte, Montag 12-14  Uhr (wöchentlich ab 24.10.2016)

Deutschen und Russen schauen auf eine lange Geschichte der Wechselbeziehungen zurück.
Spätestens seit der Zeit Peters des Großen beschäftigten sich die Deutschen mit Russland und seiner Bevölkerung, während sich gleichzeitig die Russen ein Bild von den Deutschen machten.  Sie waren immer widersprüchlich.  Während bei den Deutschen Russlandbegeisterung und Russlandphobie nebeneinander existierten, sahen auch die Russen die Deutschen in unterschiedlichster Weise:  als Geistesverwandte ebenso wie als das grundsätzlich Andere, an dem die russischen Besonderheiten umso deutlicher gemacht werden konnten.   Die Vorlesung behandelt die Entstehung und Vermittlung solcher Fremd- und Selbstbilder, sowie ihre politische Funktionalisierung.
        
Literatur:

Zur Einführung: Mechtild Keller:  Russen und Rußland aus deutscher Sicht. Bd. 2-4. München 1987-1999.

 
PD Dr. Joachim Tauber
Hauptseminar:  Vom Hitler-Stalin-Pakt zum "Unternehmen Barbarossa" - Ostmitteleuropa zwischen dem nationalsozialistischen Deuschland und der Sowjetunion 1939-1941
[From Hitler-Stalin-Pact to Operation "Barbarossa": Eastern Europe between Nazi-Germany and the USSR 1939-1941]
Universität Hamburg, Historisches Seminar; FB Geschichte, Freitag 10-12 Uhr, Raum Phil 972 (Veranstaltungsnummer: 54-331) wöchentlich: 14.10.2016 - 03.02.2017

Den deutsch-sowjetischen Beziehungen zwischen Sommer 1939 und Sommer 1941 kommt eine besondere Bedeutung zu. Im Rahmen seines Paktes mit Stalin entfesselte Adolf Hitler die erste Phase des Zweiten Weltkrieges, der später durch den Überfall auf die Sowjetunion in seine entscheidende Phase trat und endgültig zum globalen Konflikt wurde. In dem Seminar geht es neben den Motiven und Hintergründen, die die Partner- und Komplizenschaft zur Todfeindschaft werden ließen, um die Auswirkungen des Paktes auf die Staaten Ostmitteleuropas.

Studien-/Prüfungsleistungen: Für den Scheinerwerb werden ein Referat von ca. 30 Min. und eine schriftliche Hausarbeit erwartet.

Literatur:

- Gerd R. Ueberschär und Wolfram Wette (Hrsg.): "Unternehmen Barbarossa". Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion 1941, Erstauflage Paderborn 1984.

- Götz Aly: ‚Endlösung’. Völkerverschiebung und der Mord an den europäischen Juden. Frankfurt a.M. 1998.

- Timothy Snyder: Bloodlands. Europe between Hitler and Stalin, New York 2010 (mehrere deutsche Ausgabe).

 

Dr. Anja Wilhelmi
Übung:  Die deutsche Minderheit im Baltikum. Sozialgeschichtliche Aspekte
[The German Minority in the Baltic. Aspects of Social History]
Universität Hamburg, Historisches Seminar; FB Geschichte, Donnerstag 12-14 Uhr, Raum Phil 964 (Veranstaltungsnummer: 54-239) wöchentlich: 13.10.2016 - 02.02.2017

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die deutsche Bevölkerungsgruppe in der westlichen Peripherie des Zarenreiches, den so genannten Ostseeprovinzen, bis hin zu ihrer "Umsiedlung" 1939 und 1941 in den "Gau Wartheland". Dabei werden Fragen der Sozialstruktur und des Zusammenlebens der Ethnien aufgegriffen sowie die Einwirkungen von politischen Veränderungen auf die bestehenden Machtverhältnisse ausgelotet. Darüber hinaus werden die Auswirkungen von Industrialiserung, Modernisierung, Nationalisierung und Demokratisierung, Diktatur, Krieg und Besatzung für den "baltischen Raum" im Laufe des Seminars herausgearbeitet.

Studien-/Prüfungsleistungen: Regelmäßige Teilnahme, Sitzungsgestaltung mit schriftlicher Ausarbeitung.

Literatur:

- Norbert Angermann: Die Baltischen Länder. Ein Historischer Überblick, Lüneburg 1990;

- Georg von Rauch: Geschichte der baltischen Staaten, Hannover-Döhren 1986;

- Zeitschriften: Forschungen zur Baltischen Geschichte; Nordost-Archiv N.F..

 

 

Letzte Aktualisierung: 18.10.2016

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