Wintersemester 2019/20

PD Dr. David Feest

Masterseminar:  Tourismus im Kalten Krieg. Begegnungen zwischen West- und Osteuropa in der Zeit von 1945-1989

 

Humboldt-Universität zu Berlin, Universitätsgebäude am Hegelplatz - 1.404 Dorotheenstraße 24, 
Freitag 10-12 Uhr,
wöchentlich: 18.10.2019 - 07.02.2020


Aufgrund der politischen Situation im Kalten Krieg, die den europäischen Kontinent und die Welt nach dem Zweiten Weltkrieg erheblich prägte, kam eine besondere Art des kontrollierten Reisens zustande, die vor allem seit den 1950er Jahren eine stetig anwachsende Bedeutung für die Kontakte zwischen Ost- und Westeuropa hatte. Um diesem Phänomen nachzugehen, soll zunächst eine methodologische Annäherung an den Begriff des „Tourismus“ und seine vielfältigen Ausformungen (etwa Bildungsreisen, Abenteuertourismus, Erholungsurlaub, „Dark Tourism“, familiäre Bindungen, Heimattourismus) erfolgen, um die Bedeutung der Tourismusgeschichte für das Verständnis moderner Gesellschaften und ihrer alltäglichen Kulturtechniken auszuloten. Für die Zeit des Kalten Krieges rücken dann zum einen die politisch motivierten Überformungen des Tourismus in den Vordergrund: Seine gezielte Förderung und soziale Ausweitung mit ideologisch motivierten Hintergedanken von Erziehung und Kontrolle und seine praktische Instrumentalisierung mit dem Ziel der Propagierung der staatssozialistischen Systeme und der Völkerfreundschaft. Auf der anderen Seite konnte die räumliche, zeitliche, soziale und kulturelle Grenzenlosigkeit, die dem Tourismus inhärent ist, nicht total eingedämmt werden. Hier gilt es, über die beteiligten Akteurinnen und Akteure (sowohl die Reisenden als auch die Vertreterinnen und Vertreter der Tourismusindustrien) zu fragen, ob aus touristischen Begegnungen zwischen Ost und West auch schwer zu kontrollierende Gefahren für die sozialistischen Systeme entstanden, ob der Tourismus als kultureller Transmissionsriemen zwischen den Systemen funktionierte und sie so weniger hermetisch machte, und ob er daran beteiligt war, das Bewusstsein für einen einheitlichen europäischen Kulturraum zu formen oder zu erhalten.  


Literatur:
Wird zu Beginn des Semesters bekanntgegeben.

 

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PD Dr. Agnieszka Pufelska

Seminar: Wo liegt Osteuropa? Gegenwart und Geschichte eines Begriffes

 

Universität Potsdam, Philosophische Fakultät, Historisches Institut, 
Freitag 10-12 Uhr, Raum  1.12.0.05
wöchentlich: 18.10.2019 - 07.02.2020 (Weihnachtsferien: 27.12.2019 bis 03.01.2020)


Gibt es ein östliches Europa, das sich nach bestimmten Kriterien als ein Gesamtraum beschreiben lässt? Oder anders ausgedrückt: Lässt sich ein klares historisch fundiertes Profil vom „Östlichen Europa“ erstellen, das die Unterschiede zum westlichen Europa verdeutlicht? Erst mit dem Ende des Ost-West-Konflikts wurde diese Aufteilung in Ost und West wieder aufgehoben. Dennoch wird der Begriff „Osteuropa“ in der Geschichtswissenschaft weiterhin benutzt, auch in Bezug auf die historischen Epochen, als es diese geographische oder politische Zuweisung noch nicht gab. Alleine dieser Fakt macht deutlich, dass der Umgang mit dem Begriff „Osteuropa“ nicht einfach ist. Denn welche Länder unter den Term „Östliches Europa“ fallen, hängt von der Betrachtungsweise, sowie von politischen und gesellschaftlichen Interessen, Kenntnissen und Aufgaben ab. Das Seminar setzt sich zum Ziel, sich kritisch mit der Geschichte dieser Betrachtungen auseinanderzusetzen und auf die Frage einzugehen, ob der Begriff „Osteuropa“ im heutigen Gesamteuropa seine wissenschaftliche Berechtigung behält.


Literatur:
Wird zu Beginn des Semesters bekanntgegeben.

 

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Prof. Dr. Dr. h.c. Victor Dönninghaus

Übung: Die Nationalitätenfragen im Russischen Reich
(16.-19. Jahrhundert)
[Nationality Issues in the Russian Empire (16th-19th Century)]


Universität Hamburg, Historisches Seminar, FB Geschichte, Donnerstag 12-14 Uhr,
Raum  Ü35-01055 (Veranstaltungsnummer: 54-236)
wöchentlich: 17.10.2019 - 30.01.2020


Die Krise der Sowjetunion und ihr Zerfall in eine Reihe von Nationalstaaten endete 1991 mit ihrer staatsrechtlichen Auflösung. Um die Gründe für die Aufsplitterung der Sowjetunion besser zu verstehen, muss jedoch auch der historische Kontext des ehemaligen Russischen Reiches berücksichtigt werden. Ziel der Übung ist, ein allgemeines Bild von der Entwicklung Russlands als Vielvölkerstaat von der Eroberung Kazan’s durch Ivan IV. den Schrecklichen (1552) bis hin zu den Pogromen gegen Juden in der Ukraine (1881) nachzuzeichnen. Besonderes Augenmerk soll dabei auf die einzelnen Etappen der Entstehung des russischen Vielvölkerstaates gelegt werden, d. h. auf die Geschichte seiner Nationalitäten und ethnischen Gruppen, die Formen der Wechselbeziehungen zwischen Zentrum und Peripherie und die Methoden und Instrumente, mit deren Hilfe fremde Bevölkerungsgruppen eingegliedert wurden.


Literatur:
- Kleine Völker in der Geschichte Osteuropas. Festschrift für Günther Stökl zum 75. Geburtstag. Hg. v. M. Alexander – F. Kämpfer – A. Kappeler. Stuttgart 1991;
- Hösch, Edgar: Geschichte Rußlands. Vom Kiever Reich bis zum Zerfall des Sowjetimperiums. Stuttgart u. a. 1996;
- Stökl, Günther: Russische Geschichte: von den Anfängen bis zur Gegenwart. Stuttgart 1997;
- Kappeler, Andreas: Rußland als Vielvölkerreich. Entstehung, Geschichte, Zerfall. Neuausg., 2. Aufl. München 2008; ders.: Russische Geschichte. 7. aktual. Ausgabe. München 2016.

 

14.10.2019
Letzte Aktualisierung: 16.10.2019

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