Nordost-Institut
Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa (IKGN e.V.) an der Universität Hamburg

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Helene Henze

Ambivalenzen des Sowjetischen

Forschungsverbund 

Der von der VW-Stiftung geförderte niedersächsische Forschungsverbund „Ambivalenzen des Sowjetischen. Diasporanationalitäten zwischen kollektiven Diskriminierungserfahrungen und individueller Normalisierung, 1953-2018“ erforscht die Erfahrungen von Deutschen und Juden an den Peripherien der poststalinistischen Sowjetunion sowie die Auswirkungen dieses „sowjetischen Gepäcks“ bis in die Gegenwart.

Im Zentrum der gemeinsamen Forschungen stehen individuelle Alltagspraktiken und Gruppenzugehörigkeiten, Migrationsprozesse innerhalb der Sowjetunion und über ihre Grenzen hinweg sowie die Erinnerung an die spätsowjetische Zeit und die Rekonstitution von Gemeinschaft nach der Emigration.

Im Verbund, der über eine Periode von drei Jahren gefördert wird, wird die Expertise verschiedener in Niedersachsen tätiger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Institutionen zur Geschichte von Diasporanationalitäten und ihrer Migration gebündelt.

Im Rahmen des Forschungsverbundes ist Frau Henze für die Dauer Ihrer Promotion am Nordost-Institut (IKGN e. V.) als wissenschaftliche Mitarbeiterin beschäftigt.

Aktuelles Forschungsprojekt

„Die Land-Stadt-Migration der Russlanddeutschen und anderer nationaler Minderheiten zwischen 1953 und 1982


Für die Russlanddeutschen und andere nationale Minderheiten begann nach 1953 eine Phase der Rehabilitation. Vielen von ihnen gelang es, sich in der postsowjetischen Gesellschaft zu behaupten und zu assimilieren. Nicht selten erfolgte diese Normalisierung im Kontext der Landflucht-Wellen in den 1960er und 70er Jahre.

Am Beispiel zweier Regionen (Russland und Kasachstan) wird herausgearbeitet, wie die Russlanddeutschen und andere nationale Minderheiten auf die Urbanisierung der spätsozialistischen Phase der Sowjetunion und ihre soziokulturellen Begleiterscheinungen reagierten. Anhand von alltagsgeschichtlichen Zeugnissen wird rekonstruiert, welche Migrations- und Aufstiegsstrategien die einzelnen nationalen Minderheiten verfolgten und ob und welche Unterschiede es hinsichtlich der Interaktion mit den neuen sozialen Räumen gab. Die Frage, wie die Erfahrung der „Sowjetisierung“ sich auf die Selbstwahrnehmung der imaginierten Gemeinschaften und ihre Bereitschaft, die Sowjetunion zu verlassen, auswirkte, steht ebenso im Fokus der Arbeit.

Zeitraum: 1. Oktober 2020 bis 30. September 2023

Forschungsschwerpunkte
  • Pädagogische Vermittlung kulturellen Erbes
  • Migrationen in der Sowjetunion
Kurzvita

Studium der Germanistik, Geschichte, Englischen Philologie, Soziologie und des öffentlichen Rechts an der Universität Freiburg i. Brsg. und der Universität Heidelberg. Studien- und Forschungsaufenthalt an der Yale University/USA. 2017 Erstes Staatsexamen beim Land Baden-Württemberg. 2018 Mitarbeiterin am Deutschen Historischen Museum, Berlin. 2020 Zweites Staatsexamen beim Freistaat Sachsen. Seit Oktober 2020: Doktorandin an der Universität Hamburg und Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsverbund „Ambivalenzen des Sowjetischen. Diasporanationalitäten zwischen kollektiven Diskriminierungserfahrungen und individueller Normalisierung, 1953-2018“ am Nordost-Institut (IKGN e. V.).

Auszeichnungen /Stipendien
  • 2010 KOOR/BEST-Stipendium
  • 2009 und 2010 Reisestipendium der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg