Weitere Neuigkeiten


01.09.2022

Das Bild als Archiv

Katja Bernhardt zur Visualisierung des Marktes in Marienburg (Malbork)

Im Messbildarchiv des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums wird der sogenannte ‚Auftrag Speer‘ der ehemaligen Staatlichen Bildstelle Berlin aufbewahrt. Das Konvolut umfasst etwa 1750 Glasplattennegative und wurde 2018-2020 in einem am Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege angesiedelten Forschungsprojekt aufgearbeitet. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden in der umfassenden und von Katharina Steudtner betreuten Publikation „Der ‚Auftrag Speer‘ der Staatlichen Bildstelle Berlin“ vorgestellt. Vier Platten dieses Bestandes bilden die Fassadebabwicklungen des Marktes von Marienburg (Malbork) ab, der in Folge des Zweiten Weltkrieges nahezu vollständig vernichtetet wurde. Katja Bernhardt analysiert in ihrem Beitrag zur Publikation, „Das Bild als Archiv. Die Medialisierung des Marktes von Marienburg (Westpreußen) - Analyse, methodischer Versuch und Einsichten“, die Zeit- und Objektebenen, die sich in den Negativen aufschichten, und setzt sie zu den jeweiligen zeitgenössischen Vorstellungen von Stadtraum und den Kommunikationsprozessen der Stadtplanung in Bezug.

18.08.2022

Mit dem Osten verflochten

Bericht in der Taz Nord über das Nordost-Institut 

Der Artikel „Mit dem Osten verflochten“ (David Wasiliu), der am 15. August 2022 in der Taz - Ausgabe Nord erschienen ist, stellt die Arbeit und das Forschungsprofil des Nordost-Instituts sowie die Nordost-Bibliothek vor. Im Rückgriff auf eine Gespräch mit dem Direktor des Instituts, Joachim Tauber, werden darüber hinaus die Rückwirkungen, die der Angriff Russlands auf die Ukraine auf die Forschungspraxis und die Forschungskooperationen des Instituts hat, skizziert. Die Forschungsthemen, die von den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts langfristig bearbeitet werden, etwa Fragen zur Geschichte nationalen und imperialen Denkens, militärischer Aneignung von Territorien usw., erfahren durch diese zeitgenössische Situation eine neue Aktualität.

13.08.2022

Vor 250 Jahren beschlossen Preußen, Österreich und Russland die Erste Teilung Polens

Beitrag von Agnieszka Pufelska in der Neuen Zürcher Zeitung

Anlässlich des Jahrestages der sogenannten Ersten Polnischen Teilung bespricht Agnieszka Pufelska in der Neuen Zürcher Zeitung die geopolitischen Konstellationen und das machtpolitische Kalkül, die dazu führten, dass das Königreich Polen-Litauen 1773 das Ansinnen Russlands, Österreichs und Preußens (Peterburger Vertrag, 1772) anerkennen und ein Drittel seines Gebietes an diese drei Mächte abtreten musste. In ihrem Artikel „«Schliesslich soll doch jeder etwas haben»: Vor 250 Jahren haben Europas Grossmächte die erste Teilung Polens beschlossen“ (NZZ, 6. August 2022) skizziert Pufelska ebenso die langfristigen Folgen des Ereignisses und deutet damit auf historische Hintergründe der aktuellen Ansprüche, die Russland auf Regionen in Ost- und Ostmitteleuropa erhebt.

13.08.2022

Erreichbarkeit des Nordost-Instituts

Regelungen zur Eindämmung der COVID19-Pandemie

Das Nordost-Institut setzt die aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung der COVID19-Pandemie um. Der Besuch des Instituts ist unter Einhaltung der allgemein empfohlenen hygienischen Regeln möglich. Im Gebäude gilt Maskenpflicht; die Maske kann am Arbeitsplatz abgenommen werden. Dieselbe Regelung gilt für die Benutzerinnen und Benutzer der Bibliothek. Weitere Informationen zur Bibliotheksbenutzung finden Sie auf der Webseite der Nordost-Bibliothek

Sie erreichen das Institut in den Geschäftszeiten (Mo.-Do. 10.00-12.00 Uhr und 13.30-15.00 Uhr sowie Fr. 10.00-12.00 Uhr) telefonisch oder per Email (sekretariat@ikgn.de).

12.08.2022

Zerstörung von Archiven und Museen im Krieg gegen die Ukraine

Informationen auf der Facebookseite des Nordost-Instituts

Seit Februar 2022 dauert der Krieg, den Russland der Ukraine aufgezwungen hat, an. Teil der Kriegsführung gegen das Land ist die gezielte Zerstörung historischer Denkmälern und der Kunstraub. Neben architektonischen und kunstgeschichtlichen Denkmälern und Museen sind hiervon Archive und die in ihnen aufbewahrten historischen Dokumente betroffen. Das Nordost-Institut sammelt unter der Überschrift „Zur Lage der ukrainischen Kultureinrichtungen und Archive“ kontinuierlich seit Beginn des Krieges auf seiner Facebookseite Informationen über diese Zerstörung von Kultureinrichtungen, Museen, Archiven und Archivgut in der Ukraine sowie über ukrainische und internationale Intitiativen und Maßnahmen zum Schutz und zur Dokumentation des bedrohten Kulturguts. Unser Anliegen ist es, diese Informationen über diesen Weg zügig zusammenzuführen und in der Fachcommunity und darüber hinaus zu verbreiten.

12.08.2022

Nordost-Bibliothek - Aktuell

Öffnungszeiten und Regelungen für die Nutzung

Die Nordost-Bibliothek ist nach Voranmeldung für die öffentliche Benutzung Dienstag bis Donnerstag 10:00 - 16:00 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet. Bitte melden Sie sich für Ihren Besuch per Email an unter: nob@ikgn.de. Bei der Nutzung der Bibliothek gilt Maskenpflicht. Weitere Informationen zum Besuch und zur Nutzung der Bibliothek finden Sie auf der Webseite der Bibliothek.

10.08.2022

Geschwisterbeziehungen im deutschbaltischen Adel

Neuer Band der Schriftenreihe des Nordost-Instituts, von Denise von Weymarn-Goldschmidt 

In der Reihe Veröffentlichungen des Nordost-Instituts ist der 28. Band erschienen. In ihrer Studie „Von Konkurrenten und Lieblingen. Geschwisterbeziehungen im deutschbaltischen Adel des 18. und 19. Jahrhunderts“ untersucht Denise von Weymarn-Goldschmidt auf Grundlage autobiografischer Schriften deutschbaltischer Adliger Beziehungen zwischen Geschwistern in ihren unterschiedlichen Konstellationen, beginnend mit Vollgeschwistern über Halbgeschwister und Stiefgeschwister bis hin zu illegitimen Kindern. Die Frage nach dem Unterschied zwischen nominellem und gelebtem Familienverständnis spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Relevanz und die generationellen Konsequenzen häufig großer Altersunterschiede zwischen den Geschwistern. Weitere Themenfelder, die Berücksichtigung finden, sind die Frage nach den Lieblingskindern, das Aufwachsen von Geschwistern in getrennten Haushalten, das gemeinsame Wohnen von erwachsenen Geschwistern und der Umgang mit dem Tod von Geschwistern. In der Summe der verschiedenen Perspektiven eröffnet die Arbeit ein neues Verständnis historischer Familienformen. Der Band kann über den Verlag Harrassowitz erworben werden.

18.07.2022

Die jüdische Autorin Lia Frank (1921-2012) und die Debatte um die russlanddeutsche Literatur

Neue Publikation in der Reihe Onlinepublikationen des Nordost-Instituts, von Annelore Engel-Braunschmidt

Die neue Veröffentlichung in der Reihe Online-Publikationen des Nordost-Instituts – die Studie „Qualität oder Nationalität? Lia Frank (1921–2012), der jüdischen Autorin unter den Russlanddeutschen, zum Gedächtnis“ von Annelore Engel-Braunschmidt – widmet sich dem problematischen Verhältnis der Jüdin Lia Frank zu den russlanddeutschen Schriftstellern und Schriftstellerinnen und Intellektuellen. Seit bei den Russland-Deutschen die beiden Worte, Russland und Deutsch, mehr und mehr auseinanderdriften, ändert sich auch das Verhältnis der heutigen ‚Schicksalsgemeinschaft‘ zur Vergangenheit. An Lia Frank, die von Duschanbe (Tadshikistan) aus in den russland- bzw. sowjetdeutschen Zeitungen publizierte, entzündete sich in den 1960er Jahren eine bis heute andauernde Diskussion um die Frage der literarischen Zugehörigkeit ihrer Texte. Die Schilderung beider Seiten trägt zum besseren Verständnis für das Problem „Juden unter Russlanddeutschen“ bei. Die Publikation kann kostenfrei heruntergeladen werden.

28.06.2022

Russland und Baltikum: "Immer wieder Einmischung"

David Feest über das Verhältnis Russlands zu den baltischen Staaten

Aus Anlass der Sperrung des Transitwegs von Russland in die russische Exklave Kaliningrader Bezirk, die die litauische Regierung für die von der Europäischen Union sanktionierten Güter veranlasst hat, sprach David Feest am 22. Juni 2022 in einem Radiointerview mit dem WDR. Das Gespräch thematisierte die Wahrnehmung der drei baltischen Staaten, Litauen, Lettland und Estland, in Russland sowie die besondere Situation, die durch die geografische Lage der russischen Exklave in der Region besteht. Russland habe in den letzten Jahren immer wieder angezweifelt, ob die Unabhängigkeit des Baltikums rechtens gewesen sei, so David Feest.

07.06.2022

Pogłos miasta - Das Nachhallen der Stadt

Projektbeginn

Das Projekt Pogłos miasta - Das Nachhallen der Stadt widmet sich am Beispiel von Szczecin/Stettin und Frankfurt/Oder/Słubice der Präsenz der Geschichte in der Stadt. Es richtet sich auf die Vergegenwärtigung des beständigen Prozesses, in dem wir uns bewusst oder unbewusst diese Geschichte aneignen, umdeuten und von ihr emanzipieren. In experimenteller Form werden hierfür, in zwei Lehrveranstaltungen und einer Ausstellung, historisch-kritische Analyse, künstlerisch-kreative Betrachtung und reflektierende Vermittlung zusammengeführt. Das Projekt ist eine Kooperation des Nordost-Instituts, Lüneburg (Katja Bernhardt), der Europauniversität Viadrina, Frankfurt/Oder (Constance Krüger) und der Akademia Sztuki w Szczecinie, der Akademie der Künste in Stettin, (Anna Konik). Es wird im Jahr 2022 realisiert und mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert (Antragstellung der Europauniversität Viadrina).

19.05.2022

Brandenburg hat kein Monopol auf Preußen

Interview mit Agnieszka Pufelska

Preußen war ein multikultureller Staat, so Agnieszka Pufelska in einem Gespräch mit Dietrich Schröder im Brandenburg.Journal, der Zeitschrift des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (Erstausgabe 2022). Diese historische Situation müsse stärker in der Wahrnehmung und der Beschäftigung mit Preußen, insbesondere mit den ehemaligen ostpreußischen Provinzen, beücksichtigt werden und an die Stelle der in den letzten Jahren zu beobachtenden 'Brandenburgisierung' der Geschichte Preußens treten.

17.05.2022

Revisiting the Region. A Debate on Art History in Eastern Europe

Publikation

Aus Anlass des 20-jährigen Jubiläums der E-Zeitschrift kunsttexte.de haben Katja Bernhardt, Robert Born und Antje Kempe, als Redakteure der Sektion "Ostblick" der kunsttexte.de, Mathilde Arnoux (Paris), Anna Baumgartner (München) und Tomasz Grusiecki (Boise, Idaho) zu einem Gespräch über den Stand der Forschungen zur Kunstgeschichte des östlichen Europas, deren Revision und Perspektiven eingeladen. Das Gespräch ist Teil der Jubiläumsausgabe der kunsttexte.de, die mit diesem Heft auf arthistoricum.net - den Fachinformationsdienst Kunst - Fotografie - Design umgezogen sind.

17.05.2022

Das Hansa-Kolleg (Hamburg) zu Besuch im Ostpreußischen Landesmuseum und im Nordost-Institut

Veranstaltungsbericht

Schülerinnen und Schüler des Hansa-Kollegs, Hamburg besuchten gemeinsam mit Lehrern am 4. Mai 2022 in Vorbereitung einer Reise nach Litauen das Ostpreußische Landesmuseum sowie das Nordost-Institut in Lüneburg. Am Nordost-Institut gab Joachim Tauber einen Überblick über die Geschichte Litauens im 20. und 21. Jahrhundert und Dmytro Myeshkov erläuterte den historischen Kontextes des aktuellen Krieges gegen die Ukraine. Holger Wendebourg berichtet auf der Homepage des Ostpreußischen Landesmuseum über die Veranstaltung.

10.05.2022

Ehrenplakette des Bundes der Vertriebenen

Auszeichnung für Dr. Dr. h.c. Alfred Eisfeld

Dr. Dr. h.c. Alfred Eisfeld, Geschäftsführender Leiter des Göttinger Arbeistkreises e. V. (und als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Arbeitskreises von 2002-2013 zugleich wissenschaftlicher Mitarbeiter des IKGN e. V.) wurde am 26. April 2022 mit der Ehrenplakette des Bundes der Vertriebenen ausgezeichnet. Der Präsident des Bundes der Vertriebenen, Dr. Bernd Frabritius, würdigte in seiner Laudatio die wissenschaftliche Arbeit und Expertise Alfred Eisfelds auf dem Gebiet der Geschichte und Kultur der Deutschen im Russischen Reich, der Sowjetunion und der GUS sowie seine Arbeiten zur deutsch-russischen und deutsch-ukrainischen Beziehungsgeschichte.

20.04.2022

Aktuelles aus dem Nordost-Institut

Seit April 2022 Gibt es unseren Newsletter 

Im April 2022 haben wir den ersten Newsletter des Nordost-Instituts versandt. Er folgt nun monatlich. Wir informieren darin über Neuigkeiten aus der Arbeit des Instituts, über Veranstaltungen und Publikationen, die von den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts konzipiert und realisiert wurden, sowie über Stellenausschreibungen und Ausschreibung von Aufträgen. Wir laden Sie ein, unseren Newsletter auf unserer Webseite zu abonnieren.

25.03.2022

Preußen postkolonial

Themenheft, hg. v. Felix Ackermann und Agnieszka Pufelska, der Zeitschrift "Geschichte und Gesellschaft" (4/2021)

Koloniale Einstellungen und Praktiken haben auch die innereuropäische Geschichte geprägt, wurden aber in der Erinnerung und Forschung lange vernachlässigt. Ein Beispiel dafür ist das asymmetrische Verhältnis zwischen Preußen und Polen im 19. Jahrhundert. Die Beiträge dieses von Felix Ackermann und Agnieszka Pufelska herausgegebenen Themenheftes von "Geschichte und Gesellschaft. Zeitschrift für Historische Sozialwissenschaft" diskutieren die preußische Aneignung polnischer Gebiete mit Schwerpunkt auf der Zeit des Deutschen Kaiserreichs, beleuchten verschiedene Aspekte kolonialer Hegemonie in den Ostprovinzen Preußens und unterstreichen die Notwendigkeit einer kritischen Verflechtungsgeschichte Preußens und Polens.

Das Inhaltsverzeichnis finden Sie auf der Webseite der Zeitschrift.

04.03.2022

Aussetzen der Arbeit der Deutsch-Russischen Historikerkommission

ERKLÄRUNG der deutschen Mitglieder der Kommission

Die Deutsch-Russische Geschichtskommission wurde vor 25 Jahren im Geist eines vereinten Europas geschaffen. Ziel der Kommission ist, den offenen Meinungsaustausch und das gegenseitige Verständnis zwischen beiden Ländern zu fördern und sich auch schwierigen Themen der gemeinsamen Geschichte zu widmen. An diesem Ziel halten wir fest.

Seit 24. Februar 2022 führt die russische Regierung einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die souveräne Ukraine, der unsere Solidarität gilt. Dieser Angriff ist eine durch nichts zu rechtfertigende Aggression, die unschuldige Menschenleben und unbeschreibliches Leid fordert. Wir sind entsetzt über dieses Blutvergießen und fordern die russische Regierung auf, den Krieg unverzüglich zu beenden. In Anbetracht dieser unvorstellbaren Ereignisse setzen wir die gemeinsame Arbeit der Kommission aus. 

03.03.2022

Lena Radauer zu "Liebe verwalten. 'Ausländerehen' in Deutschland 1870–1945"

Rezension

Lena Radauer hat das Buch "Liebe verwalten. 'Ausländerehen' in Deutschland 1870–1945" (Paderborn 2020) rezensiert. Die Rezension ist bei HSoz-Kult erschienen.

23.02.2022

„Hier ruhen friedliche Sowjetbürger“. Die NS-Judenermordung in der sowjetischen Erinnerungskultur zum Zweiten Weltkrieg

Neuer Band in der Reihe Veröffentlichungen des Nordost-INstituts, von Alexandra Tcherkasski  

Soeben ist der 23. Band der Reihe Veröffentlichungen des Nordost-Instituts im Harrasowitz-Verlag erschienen. Unter dem Titel „Hier ruhen friedliche Sowjetbürger“. Die NS-Judenermordung in der sowjetischen Erinnerungskultur zum Zweiten Weltkrieg untersucht Alexandra Tcherkasski die Formen und Strategien des Erinnerns an die Ermordung von Juden in der Zeit der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkrieges in der Sowjetunion. Vor dem breiteren Hintergrund des sowjetischen Gedenkens an den Krieg und die sowjetische Nationalitätenpolitik anlaysiert die Autorin den Diskurs über die sowjetischen Juden als eine der sowjetischen Opfergruppen des „Großen Vaterländischen Kriegs“ sowie die Verflechtung politischer und gesellschaftlicher Mechanismen (hier als „relationale Politik“ bezeichnet), die dazu führten, dass Juden außerhalb des sowjetischen Siegernarrativs und der geltenden sowjetischen Nationalitätenpolitik als Opfergruppe in der Öffentlichkeit bewusst hervorgehoben wurden. Darüber hinaus wird die Reaktion der staatlichen sowjetischen Gedenkpolitik auf die Bemühungen der sowjetischen Juden, eigene Gedenkorte zu schaffen, untersucht.

22.02.2022

Wissenschaftspreis der Republik Estland in der Kategorie  Geisteswissenschaften

Preisverleihung an Prof. Dr. Karsten Brüggemann

Unser ehemalige Mitarbeiter und Kooperationspartner Karsten Brüggemann – Professor für estnische und allgemeine Geschichte und Leiter des Zentrums für Geschichte, Archäologie und Kunstgeschichte an der Universität Tallinn – hat den Wissenschaftspreis der Republik Estland in der Kategorie Geisteswissenschaften gewonnen. In der Begründung wurden seine Arbeiten zum Umgang des Russischen Reichs und der UdSSR mit ethnischer und kultureller Vielfalt hervorgehoben, außerdem seine Forschungen zur Geschichte der baltischen Staaten. Aus einer historischen Perspektive habe er sowohl die Machtmechanismen des Zentrums als auch die Reaktionen der Peripherie und die asymmetrischen Beziehungen zwischen beiden analysiert. Besonders hervorgehoben wurde Brüggemanns Kritik an Ansätzen, die eine zentrale historische Rolle Russlands bei der Entwicklung und dem kulturellen Schaffen der westlichen Randgebiete des Imperiums behaupten. Stattdessen habe Brüggemann herausgearbeitet, welches Bild von den baltischen Länder im russischsprachigen Zentrum herrschte und welche Handlungsstrategien daraus folgten. Außerdem wurde Brüggemanns Mitarbeit und -herausgeberschaft an der „bislang umfassensten Überblicksdarstellung der baltischen Geschichte“ betont. Dies freut uns besonders, das es sich bei dem Handbuch „Das Baltikum. Geschichte einer europäischen Region“ um ein Kooperationsprojekt mit dem Nordost-Institut (IKGN e.V.) handelt. Wir gratulieren Karsten Brüggemann herzlich!

02.02.2022

Stages and Perpetrators of the Holocaust in Lithuania

Publikation von Joachim Tauber

In einem konzisen Überblick stellt Joachim Tauber die Phase der Vernichtung der Juden während der deutschen Besetzung Litauens im Zweiten Weltkrieg vor. Er benennt Akteure, skizziert den Charakter der Vernichtungsaktionen und diskutiert die politischen und ideologischen Hintergründe. Der Artikel ist Teil der Veröffentlichung der Beiträge einer Konferenz, die im Dezember 2019 der Dekleration von Terezín (2009) gedachte. Die Veröffentlichung „Regional consultation: Restitution of Holocaust property. 10 years after the Terezin Declaration“, 2021 herausgegeben von der Good Will Foundation, ist in englischer und litauischer Sprache online veröffentlicht [Links sind aktuell nicht funktionstüchtig].

15.12.2021

Migration und Sehnsuchtsräume im Osten

Sammelband herausgegeben von Dr. Karl-Peter Krauss und Dr. Dmytro Myeshkov

Bis in das frühe 19. Jahrhundert waren Ostmittel- und Osteuropa Hauptziele von Auswanderern aus vielen deutschen Territorialstaaten und -herrschaften. Die Geschichte dieser Migration ist auf der Makroebene insgesamt gut erforscht. Der Band "Migration und Sehnsuchtsräume im Osten. Erfahrungswelten 'gemeiner' Leute", der von Dmytro Myeshkov (Nordost-Institut) gemeinsam mit Karl-Peter Krauss (Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde) herausgegeben wurde, wendet sich nun der Mikroebene dieses Phänomens zu. Er setzt den historisch-anthropologischen Fokus auf die Akteure - die „gemeine“ Frau, den „gemeinen“ Mann. Er fragt nach den imaginativen Sehnsuchtsräumen, die - von Staaten, Werber und Migranten evoziert - Migrationsprozesse generierten und instrumentalisierten sowie nach den Erfahrungswelten der Akteure. Der Band enthält neben der gemeinsam mit Karl-Peter Krauss verfassten Einführung u.a. einen weiteren Beitrag von Dmytro Myeshkov: "Zwischen Traum und Realität. Gefühlswelten deutscher Russland-Auswanderer im späten 18. und 19. Jahrhundert".

15.12.2021

Blut und Metall

Eine Monografie von PD Dr. Katrin Steffen

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte die Erforschung von Stoffen wie Blut und Metallen Hochkonjunktur. Katrin Steffen zeigt in ihrer neuesten Monografie "Blut und Metall. Die transnationalen Wissensräume von Ludwik Hirszfeld und Jan Czochralski im 20. Jahrhundert" in einer Doppelbiographie, wie der Serologe Ludwik Hirszfeld (1884-1954) und der Metallurge Jan Czochralski (1885-1953) als international anerkannte und innovative Spitzenforscher maßgeblich dazu beitrugen. Betrachtet werden lokale Arbeitsumfelder in Laboren in Deutschland, der Schweiz, Serbien, Polen und den USA. Diese Perspektive wir verbunden mit der Analyse der transnationalen epistemischen Gemeinschaften. So gelingt es, den Prozess der Generierung neuen Wissens nachzuzeichnen. Im Zeitalter der Weltkriege und einer zunehmenden 'Nützlichkeit' von Wissenschaft für die Bildung von Nationalstaaten spielte die Expertise der beiden Wissenschaftler eine Schlüsselressource für Entwicklungen in Militär und Industrie oder für die Biopolitik. Das versetzte beide Wissenschaftler in ein komplexes Feld von nationalstaatlicher Loyalität, wissenschaftlicher Unabhängigkeit und epistemischer Ideale, aber auch von Anfeindung und Verfolgung. Letzteres erwies sich für Ludwik Hirszfeld aufgrund seiner jüdischen Herkunft als besonders folgenreich.

14.12.2021

Deutsche in Moskau während des Ersten Weltkrieges

Publikation von Prof. Dr. Victor Dönninghaus

1918 musste der in Saratov geborene Maler Georg Schlicht Russland verlassen. Er siedelte nach Deutschland über. Als Deutscher der in Russland aufgewachsen war, blieb er dem Land loyal verbunden und vermochte, wie auch andere Umsiedler bzw. Emigranten seiner Zeit, eine Brücke zwischen Russland und Deutschland zu schlagen. Diese verharrte aber, wie es die Herausgeberinnen (Ada Raev und Susanne Marten-Finnis) des nun vorliegenden Sammelbandes zu seinem Werk formulieren, in "jenem Moment des Brückenschlages". Der Band "Kreativität und Migration. Positionierung und Ambiguität im Oeuvre des russlanddeutschen Künstlers Georg Schlicht (1886-1964)" erhält den Beitrag "Deutsche in Moskau während des Ersten Weltkrieges" von Prof. Dr. Victor Dönninghaus (Nordost-Institut). Er beleuchtet die gegen Deutsche gerichteten Propagandakampagnen, die mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges in Russland einsetzten und zur Abwanderung von Deutschen führte. Das Hauptaugenmerk des Beitrags ist dabei auf die Situation in Moskau gerichtet.

09.12.2021

Digital Humanities und ‚Messbarkeit' des NS-Regimes in der Raum- und Stadtplanung? Versuch einer produktiven Kritik

Publikation von Dr. Katja Bernhardt

Der zweite und von Richard Němec herausgegebene Band des "Journals für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa" skizziert in sieben Beiträgen Forschungsperspektiven für die Auseinandersetzung mit der Architektur- und Stadtplanungsgeschichte des Nationalsozialismus im Kontext der digitalen Geisteswissenschaften. In ihrem Essay "Digital Humanities und ‚Messbarkeit' des NS-Regimes in der Raum- und Stadtplanung? Versuch einer produktiven Kritik" diskutiert Katja Bernhardt das Wechselverhältnis qualitativer und quantitativer Forschungsansätze in Bezug auf den aktuellen Stand und die Desideraten dieses Forschungsgebietes.

23.11.2021

Der Zweite Weltkrieg im Drehbuch. Filme aus der Sowjetunion und der DDR

Interview mit Lena Radauer in der TAZ

Winfried Hippen, Redakteur der TAZ Nord, sprach mit Lena Radauer, Koordinatorin der Gemeinsamen Kommission für die Erforschung der jüngeren Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen, über die Filmreihe "Der Zweite Weltkrieg im Drehbuch. Filme aus der Sowjetunion und der DDR". Die Filmreihe wird vom 16. November bis zum 7. Dezember 2021 von der Kommission in Kooperation mit dem Nordost-Institut und dem Programmkino SCALA, Lüneburg veranstaltet. Das Interview ist am 23. November 2021 in der TAZ erschienen.

17.11.2021

Agnieszka Pufelska zu: "Zwischen Nation und Europa. Nationalmuseen als Europamedien" von Sarah  Czerney (Boston 2019)

Rezension

PD Dr. Agnieszka Pufelska hat das Buch "Zwischen Nation und Europa. Nationalmuseen als Europamedien" von Sarah  Czerney (Boston 2019) rezensiert. Die Rezension ist in der Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung (Bd. 70, H. 3) erschienen.

10.11.2021

Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion 1941. Neue Dokumente, Perspektiven, Forschungsansätze

Tagungsbericht von Lena Radauer

Im Juli 2021 veranstaltete die Gemeinsame Kommission für die Erforschung der jüngeren Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen in Kooperation mit dem Nordost-Institut ihre Jahrestagung. Sie nahm den 80. Jahrestages des Überfalls auf die Sowjetunion zum Anlass, um aktuelle Forschungsfragen zum Thema vorzustellen und zu diskutieren. Lena Radauer hat einen Tagungsbericht verfasst, der auf HSoz-Kult veröffentlicht ist.

02.11.2021

"Homo Novus" von Anslav Eglītis

Buchbesprechung von Detlef Henning in der Reihe „Erlesenes Ostpreußen“ 

Die lettische Literaturlandschaft ist in Deutschland kaum bekannt. Mit einer Besprechung des Romans „Homo Novus“ von Anslavs Eglītis (1906–1993) eröffnet unser Mitarbeiter Detlef Henning in der Reihe „Erlesenes Ostpreußen“ des Ostpreußischen Landesmuseums, Lüneburg eine Folge von Vorstellungen lettischer Autoren und ihrer Werke, die auch in deutscher Übersetzung vorliegen. Die Reihe ist abrufbar im Youtubekanal des Museums.

18.10.2021

Handbuch Baltikum (3 Bde.)

Rezensionen

Das Handbuch Baltikum, das seit diesem Jahr vollständig in drei Bänden vorliegt und an dem Detlef Henning M.A. und Dr. Anja Wilhelmi als Mitherausgeberin bzw. Mitherausgeber wesentlich beteiligt waren, hat zwei Rezensionen erfahren. Die Rezensionen können auf HSoz-Kult (Tilman Plath) und in der Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung (Bd. 1: Matthias Hardt) nachgelesen werden.

18.10.2021

Nation in der estnischen Geschichtsschreibung

Vor dem Hintergrund der neuerlich verstärkten Diskussion um Nation und deren Rolle in der Geschichtsschreibung hat die Plattform HSoz-Kult zum Forum "Zur Rolle der Nation in der Geschichtsschreibung des 21. Jahrhunderts" eingeladen.

PD Dr. David Feest trägt zur Diskussion mit einem Beitrag über "Nationale Narrative und ihre Alternativen in der estnischen Geschichtsschreibung seit 2000" bei.

18.10.2021

Runder Tisch: Der Großen Vaterländischen Krieg und das Schicksal der Sowjetdeutschen (Saratov, Marx) 

Veranstaltungsbericht

Im August 2021 widmete sich ein "Runder Tisch" mit Wissenschaftler:innen, Nachwuchswissenschaftler:innen und Studierenden im Bezirk Saratov der Geschichte der Russlanddeutschen vor, im und nach dem Großen Vaterländischen Krieg. Prof. Dr. Victor Dönninghaus war gemeinsam mit dem Nordost-Institut Mitausrichter der Veranstaltung. Im Zentrum der Aufmerksamkeit standen die unmittelbaren Rückwirkungen, die das Kriegsgeschehen auf die deutsche Minderheit in der damaligen UdSSR, insbesondere in der Wolgaregion hatte, sowie die Beteiligung der Russlanddeutschen an den Kampfhandlungen auf der sowjetischen Seite.

Jewgenia Gamowa berichte auf RusDeutsch, dem Informationsportal der Russlanddeutschen, über die Veranstaltung.