Forschung

Das Nordost-Institut/Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa e.V. (IKGN e.V.) betreibt Forschungen zur Kultur und Geschichte Nordost- und Osteuropas im 19. und 20. Jahrhundert. Die regionalen Schwerpunkte bilden die historischen preußischen Provinzen (Ost- und Westpreußen, Pommern, Posen) sowie Polen, Estland, Lettland und Litauen, schließlich Russland, die Sowjetunion und ihre Nachfolgestaaten. Im Mittelpunkt stehen die vielfältigen Verflechtungen dieser Regionen mit der deutschen Geschichte. Das Institut verfolgt dabei fünf erkenntnisleitende Ziele, die den Forschungs- und Publikationsprojekten einen erkennbaren Rahmen geben sollen. Diese fünf Grundbegriffe sind:

  • Regionalgeschichte
  • Beziehungsgeschichte
  • Minderheitengeschichte
  • Historiographiegeschichte
  • Kulturgeschichte

Im Rahmen dieser Ziele bündeln die wissenschaftlichen Mitarbeiter ihre Aktivitäten, die häufig in enger Kooperation mit Einrichtungen und Universitäten in den jeweiligen Bezugsländern stattfinden, in vier Arbeitsbereichen, von denen drei einen regionalen Zuschnitt haben: Baltikum (Joachim Tauber, David Feest, Detlef Henning), Polen (Agnieszka Pufelska, Katrin Steffen), Russland (Victor Dönninghaus, Dmytro Myeshkov) und vergleichende Sozial- und Mentalitätsgeschichte (Anja Wilhelmi). Sie verfolgen jeweils eigene Forschungsprojekte, betreuen je nach Lage Gruppenprojekte in Kooperation mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen, und arbeiten schließlich an einem gemeinsamen Forschungsprojekt, das über mehrere Jahre eine Plattform für die Kooperation aller wissenschaftlichen Mitarbeiter des Instituts bietet.

Im Jahre 2010 wurde für die kommenden fünf Jahre das Rahmenthema „Individuum und Gesellschaft in Ost- und Nordosteuropa“ gewählt. Gleichzeitig läuft ein anderes gemeinsames Forschungsprojekt aus, bei dem es darum ging, Ähnlichkeiten und Unterschiede der historischen Erfahrungen in der Region „Nordosteuropa“ begriffsgeschichtlich zu erfassen. Im Rahmen des Forschungsprogramms „Nordosteuropa im Wirkungs- bereich Deutschlands und Russlands im 18.-20. Jahrhundert: Begriffe, Prozesse, Diskurse“ wurden sieben Themen auf Kolloquien und internationalen Tagungen diskutiert und zum Teil bereits publiziert: „Kollaboration“, „Revolution“, „Sprache“, „Religion“, „Bildung“, „Loyalität“ und „Migration“.

Letzte Aktualisierung: 02.01.2017