Am Nordost-Institut informierten die Zeitzeugin Margitta Sünwoldt und die Politologin Dr. Claudia Vollmer über ein lange wenig bekanntes NS-Verbrechen am Ende des Zweiten Weltkrieges: den Todesmarsch und das Massaker von Palmnicken in Ostpreußen

In der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar 1945 wurden dort mehrere Tausend jüdische Frauen und mehrere Hundert jüdische Männer ermordet. Die Opfer stammten vor allem aus Polen, Ungarn und dem Baltikum, aber auch aus Deutschland, und waren zuvor in Außenlagern des Konzentrationslagers Stutthof bei Danzig inhaftiert gewesen. Am Strand von Palmnicken wurden sie von deutscher SS, unterstützt durch Angehörige der Hitlerjugend sowie durch Mittäter aus verschiedenen Ländern, erschossen und erschlagen.

Eine Überlebende des Massakers machte es sich später zur Lebensaufgabe, die Erinnerung an das Geschehen wachzuhalten. Lange fand sie damit jedoch kaum Gehör. Erst der Bericht eines ehemaligen Hitlerjungen aus der Tätergruppe, der Mitte der 1990er Jahre veröffentlicht wurde, machte das Verbrechen einer begrenzten Öffentlichkeit bekannt.

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