Begegnungen nach Plan

Gemeinsames ForschungsProjekt Des Nordost-Instituts

Der Begriff „Kalter Krieg“ bezeichnet eine Ära der Trennung, und doch fand diese Auseinandersetzung in einem Zeitabschnitt statt, in dem sich immer mehr Menschen aufmachten, andere Länder zu bereisen und zu erkunden. Tourismus gab es auch über den „eisernen Vorhang“ hinweg in die sozialistischen Staaten. Das Projekt „Begegnungen nach Plan“ beschäftigt sich mit verschiedenen Phänomenen des West-Ost-Tourismus.

Konzept des Forschungsprojektes (PDF)

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Aktuelle Forschung

Projekte unseres wissenschaftlichen Teams, Drittmittelkonzepte und Kooperationen

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Deutsch-jüdische Presse in den ehemaligen deutschen Ostgebieten

Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung bewilligt Drittmittelprojekt
Die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung bewilligte im April 2026 ein Kooperationsprojekt zwischen der Universität Wrocław, dem Nordost-Institut, dem Haus der Erinnerung an die Juden Oberschlesiens in Gliwice, und dem Oberschlesischen Museum in Bytom zur Erforschung der deutsch-jüdischen Presse in den deutsch-polnischen Grenzräumen der ehemaligen deutschen Ostprovinzen mit € 135.000 fördern wird. In den kommenden drei Jahren werden sich Historiker:innen unter der Federführung von Tim ...

Die „Deutsche Frage“ in Kasachstan in der Breschnew-Zeit (1964-1982)

Victor Dönninghaus in Kooperation mit Prof. Dr. Kajrat Alimgazinov, Kasachische Nationale Pädagogische Abai-Universität 
Auf Grundlage der in den staatlichen Archiven Kasachstans enthaltenen Materialien und Dokumente soll die in den 1960er-1980er Jahren von der Partei- und Sowjetführung der Republik gegenüber den insgesamt etwa 900.000 in Kasachstan ansässigen Deutschen verfolgte Politik erforscht und analysiert werden.Die Autoren des Projektes stellen sich die Aufgabe, die Schlüsselmomente (Strategien, Modelle, Mechanismen und Praktiken) der politischen Aktivität der Deutschen zu untersuchen: die ...

Competing Socialisms and African Agency. 
The Sino-Soviet Rivalry in Tanzania during the Cold War, 1950s - 1990

Kirsten Bönker in Kooperation mit Thoralf Klein (Loughborough University) und Andrea Azizi Kifyasi (University of Dar es Salaam)
This project breaks new ground in exploring a hitherto understudied aspect of Cold War History - the competition between the Soviet and Chinese models of socialism in Africa. We use Tanzania as a case study to examine the connection between global and local factors and to analyse tangible interactions “on the ground”, highlighting the agency of African actors and their ability to navigate between the two socialist powers and use them to their own ends. Finally, we draw attention to the fact ...

‘Russia Is No Riddle‘: 
Westliche Auslandskorrespondent:innen in der Sowjetunion (1945 - 1991)

Kirsten Bönker
Das Projekt untersucht, wie westliche Korrespondent:innen den Kalten Krieg medial konstruiert, zu den Aushandlungen über die konkurrierenden politisch-sozialen Ordnungen beigetragen und nicht zuletzt damit die politischen Annäherungen bzw. Abgrenzungen gerahmt haben. Im Vordergrund stehen französische, westdeutsche und amerikanische Korrespondenten, um ein transnationales Spektrum an unterschiedlichen innen- und außenpolitischen Konstellationen im Zusammenspiel mit jeweils medienspezifischen ...

"Der ungekrönte König Estlands". Der Bankier Klaus Scheel und die Republik Estland

David Feest
Klaus Scheel gehörte zu den wichtigsten Bankiers der Republik Estland 1918-1940. Sein Einfluss war so groß, dass er als „der ungekrönte König Estlands“ bezeichnet wurde. Dabei half ihm seine Fähigkeit, sich mit unterschiedlichen Gruppen zu vernetzen. Zu ihnen gehörten die alte deutschbaltischen Führungsschicht, der Scheel selbst entstammte, ebenso wie die neue estnischen Eliten. Auch international konnte Scheel seine vielfältigen Verbindungen nach Deutschland, England, Skandinavien und Russland...

Gesammelte Erinnerung. Vom deutschen Heimatmuseum zum polnischen Regionalmuseum

Agnieszka Pufelska
Bei der Beschäftigung mit den Kriegsverlusten der Museen geht es nicht nur um das, was verloren gegangen ist; sondern vor allem um die Frage, was genau geschehen ist. Die geplante Monographie will die Folgen des Krieges für das bis 1944 existierende Heimatmuseum in Allenstein/Olsztyn aufzeigen. Thematisiert wird vor allem seine erinnerungspolitische Integration in die polnische Museumslandschaft der unmittelbaren Nachkriegszeit.Die heute bestehende Museumsvielfalt in den ehemaligen deutschen ...

Die besetzte Stadt. Planung und Stadtraum im Nationalsozialismus im sogenannten neuen deutschen Osten

Katja Bernhardt
Das Projekt nimmt die aktuelle Dynamik, die für die Forschung zur Stadtplanung im Nationalsozialismus im sogenannten neuen deutschen Osten aktuell zu beobachten ist, auf; strebt jedoch einen Perspektivwechsel an. Die Begriffe und Gegenstände, auf die hin das Problemfeld bezogen sein wird, sind nicht mehr die Stadt- und Raumplanung, sondern Stadt und Raumpraxis. In der Konsequenz dessen wird die bisher dominierende Planungsgeschichte mit Fragen der medialen und intellektuellen Aneignung des ...

Geschichte als Animation. Visuelle Strategien aktueller polnischer Geschichtspolitik 

Katja Bernhardt
Das Projekt ist im Bereich der deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte angesiedelt und fokussiert deren aktuelle zeitgeschichtliche Präsentation respektive Manifestation in den visuellen Medien. Mit Blick auf die neue Qualität der Visualisierungsformen und -strategien und deren neuen dynamischen Rezeptionsformate werden im Projekt methodisch-theoretische Problematisierungen und Analyse konkreter zeitgenössischer Erscheinungen wechselseitig miteinander verknüpft. Aktuell werden zwei Perspektiven...

Die Aussiedlung der Deutschen aus Bessarabien, Galizien, Bukowina und Westwolhynien ins Reich 1939-1940 

Dmytro Myeshkov
Im Rahmen dieses internationalen Publikationsprojektes wird die Planung und Durchführung der nationalsozialistischen Umsiedlungsaktion „Heim ins Reich“ (1939-1940) durch die Veröffentlichung neuen bzw. bisher unbekannten Akten-materials aus ukrainischen, deutschen, rumänischen und russischen Archiven dokumentiert. Die ausgewählten Dokumente werden im Band von Historikern aus Deutschland, der Ukraine, Moldawien und Russland analysiert und kommentiert. Die Publikation ist für 2022 vorgesehen.&nbs...

Die Ukrainedeutschen am Vorabend, während und in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg

Dmytro Myeshkov
Durch das schnelle Vorrücken der deutschen Wehrmacht im Sommer 1941 gelang es vielen Ukrainedeutschen den sowjetischen Deportationen zu entkommen, sodass mehr als 300.000 von ihnen in den besetzten Gebieten blieben. Das NS-Besatzungsregime gewährte ihnen Privilegien, betrachtete sie aber zugleich als ein wichtiges Instrument seiner verbrecherischen Politik. Das Projekt hat zum Ziel, die Geschichte der Ukrainedeutschen in den Jahren 1941–1945 mit Blick auf menschliche Erfahrungen und ...

Geschichte der lettischen Geschichtsschreibung

Detlef Henning
Historiker versuchen nicht nur, ein wissenschaftliches Bild der Vergangenheit zu entwerfen. Sie sind mit ihrer Geschichtsschreibung gleichzeitig Teil der Geschichte, denn ihre Untersuchungen spiegeln die Fragen und Probleme ihrer eigenen Zeit wider.Das Projekt „Geschichte der lettischen Geschichtsschreibung“ beschreibt die Entstehung der lettischen Geschichtsschreibung in Lettland seit der Zeit des Nationalismus im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Dabei wird deutlich, dass lettische ...

Abgeschlossene Forschungsprojekte


Das Projekt wurde in Kooperation zwischen dem Online-Portal dekoder: Russland verstehen, der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen und dem Nordost-Institut initiiert. Ziel ist die Erstellung eines interaktiven online-Dossiers zum Thema „Russlanddeutsche: Erinnerungen, Identitäten und Migrationsgeschichten“ und damit ein Beitrag zur Digitalisierung und multimedialen Geschichtsvermittlung. Das Dossier erscheint in deutscher und russischer Sprache auf einer Subdomain der Webseite dekoder.org.

Projektleiter: Victor Dönninghaus und Dmytro Myeshkov

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Im Forschungsprojekt wird die Arbeit des Komsomol mit deutschen Jugendlichen in Sowjetrussland (Sowjetunion) untersucht. Es fragt, inwieweit sich russlanddeutsche Jugendliche politisieren und über den Komsomol beeinflussen ließen. Dazu soll beschrieben werden, welche Formen der Leitung nichtrussischer kommunistischen Jugendorganisationen Moskau anwandte, um auf die junge Generation Einfluss zu nehmen. Von Interesse ist auch die Frage, wie Moskau es schaffte eine politische gewollte Abgrenzung der Jugendlichen nach Merkmalen des Klassenkampfes in die Praxis umzusetzen.

Projektleiter: Victor Dönninghaus

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In unserem Alltag in der Stadt, auf unseren Wegen durch selbige, in der Art und Weise, wie wir sie wahrnehmen und wie wir uns zu ihr in Beziehung setzen, befinden wir uns in einer beständigen Kommunikation mit der Geschichte der Stadt. Ihr beständiges Nachhallen umgibt uns, es dringt in uns ein, wir nehmen es auf, verändern es, tragen es fort und transformieren es in das, was kommen wird. Bewusst oder unbewusst (er)leben wir so einen beständigen Moment der Aneignung, Umdeutung und Emanzipation. Um die Vergegenwärtigung dieses Prozesses geht es in dem Projekt

Projektleiterin: Katja Bernhardt in Kooperation mit Anna Konik (Szczecin) und Constance Krüger (Frankfurt/Oder)

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Elise Jung-Stilling war Malerin und Gründerin der ersten Zeichenschule für Frauen im Baltikum. Ihr Tagebuch über eine Reise nach Italien wurde transkribiert, kommentiert und mit einer Einleitung versehen publiziert. Dem Editionsprojekt folgt das Anschlussprojekt „Der lange Weg vom Baltikum nach Italien“. In ihm werden autobiografische Zeugnisse von Italienreisen weiterer deutschbaltischer Künstlerinnen und Künstler gesammelt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Projektleiterin: Anja Wilhelmi

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Das zunächst als kommentierte Edition eines Tagebuches aus dem Jahre 1896 konzipierte Projekt wird in einem zweiten Schritt auf Reiseerfahrungen und -erwartungen (im Sinne Reinhart Kosellecks) von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Baltikum erweitert und aus kulturhistorischer Sicht auf eine komparatistische Ebene gestellt. Aspekte des Kulturaustausches von West nach Ost bzw. von Ost nach West werden behandelt. Dabei werden ethnisch-nationale ebenso wie konfessionelle Stereotype (Stichwort: Kulturprotestantismus) und darüber hinaus geschlechtliche und professionelle Zugehörigkeiten untersucht.

Projektleiterin: Anja Wilhelmi

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Ziel des Projektes war es, der lokalen Erinnerung an die jüdische und die deutsche Bevölkerung in den schlesischen Städten Dzierżonów (ehemals Reichenbach) und Raciborz (ehemals Ratibor) nach 1945 nachzugehen und die Erinnerungsforschung um sozialhistorische und soziologische Fragestellungen zu bereichern.

DFG/NCN Projekt

Projektleiterin: PD Dr. Katrin Steffen
Ehemalige DFG-Projektmitarbeiterin: Dr. Imke Hansen (09/2016 - 08/2019)

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Lehre

Das Lehrangebot der MitarbeiterInnen und Mitarbeiter 
im Wintersemester 2026/27

Prof. Dr. Kirsten Bönker

 

Expertise und blinde Flecken: Der westeuropäische Blick auf „Osteuropa“ zwischen Holodomor und dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine

Universität Hamburg (Raum Phil A 1005)

15.10.2026 – 27.01.2026

Donnerstags, 10–12 Uhr

 

Beschreibung:

„Expert:innen“ sind in der Öffentlichkeit und in den Medien allgegenwärtig: in Talkshows, in Podcasts, in Geschichtsdokus, bei Sportübertragungen und anderem mehr. Nicht erst anlässlich der zahlreichen Diskussionen über den Krieg in der Ukraine stellt sich die Frage, wer eigentlich durch was und von wem legitimiert ist, als Expert:in über bestimmte Themen zu sprechen. Die Bedeutung von Wissen über „Osteuropa“ ist im Kontext des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine offensichtlich geworden. Im Seminar untersuchen wir die Geschichte der „Osteuropa“-Expertise vor allem anhand von westlichen Auslandskorrespondent:innen, Vertreter:innen der „Ostforschung“ und Diplomaten in sozial- und kulturgeschichtlicher Perspektive.

 

Prof. Dr. Dr. h.c. Victor Dönninghaus

 

Europäischer und deutscher Kolonialismus im historischen Kontext

 

Al-Farabi-Universität, Almaty (Kasachstan) / online

Vorlesung und Seminar

01.09.2026 – 10.01.2027

Vorlesung: Donnerstags, 11:00–12:30

Seminar: Donnerstags, 13:00–14:30

 

Beschreibung:

Zwischen etwa 1500 und 1960 standen weite Teile Amerikas, Asiens und Afrikas unter der Herrschaft europäischer Kolonialmächte; im frühen 20. Jahrhundert traten auch die USA und Japan als Kolonialmächte auf. Auch das Deutsche Kaiserreich war mit Kolonien in Afrika, Asien und Ozeanien Teil dieser imperialen Expansion. Die Auswirkungen dieser Epoche prägen viele Gesellschaften bis heute.

Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Geschichte des Kolonialismus von der Frühen Neuzeit bis zur Dekolonisation. Im Mittelpunkt stehen Eroberung und koloniale Herrschaft, wirtschaftliche Ausbeutung, kulturelle Begegnungen und Konflikte sowie unterschiedliche Formen des Widerstands. Abschließend werden die Ursachen der Dekolonisation und das koloniale Erbe in der Gegenwart behandelt. Damit bietet die Vorlesung eine historische Grundlage für die kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Debatten über globale Ungleichheit, Rassismus, Entwicklung und Erinnerungskultur.

 

PD Dr. Lars Fredrik Stöcker

 

Einführung in die Ostseeraumstudien

Universität Wien (online)

Vorlesung

13.10.2026 – 26.01.2027

Mittwochs, 15–16:30 Uhr

 

Beschreibung:

Ziel der Vorlesung ist es, Studierenden verschiedener Disziplinen einen breitgefächerten Überblick über die geschichts- und sozialwissenschaftliche Forschung zum Ostseeraum in ihrer epochalen, geographischen und thematischen Breite zu bieten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Regionsbildungsprozessen und -diskursen der letzten Jahrzehnte, die vor dem Hintergrund der demographischen, politischen und wirtschaftlichen Umbrüche vor allem des zwanzigsten Jahrhunderts erörtert werden. Entgegen der traditionellen Peripherisierung der kulturell, sozioökonomisch und politisch sehr heterogenen Region um das nordosteuropäische Binnenmeer soll der Ostseeraum als Laboratorium für paneuropäische Zusammenarbeit diskutiert werden, aber auch als Krisen- und Konfliktregion, in der sich wie unter einem Brennglas die großen geopolitischen Herausforderungen der Gegenwart offenbaren.

Dr. Anja Wilhelmi

 

Stadtansichten: Von Marketing bis Propaganda. Historische Ansichtspostkarten der Kulturhauptstadt 2027: Liepaja 

Universität Hamburg (Raum Phil B 6002)

Seminar

15.10.2026 – 27.01.2026

Donnerstags, 10–12 Uhr

 

Beschreibung:

Liepaja, Stadt an der Ostsee in Lettland, wird im kommenden Jahr europäische Kulturhauptstadt. Anlässlich des Ereignisses ist ein Bestand historischer Ansichtspostkarten auf der Seite Hamburger Kulturgut Digital veröffentlicht worden. In der Übung werden diese historischen Ansichtspostkarten unter Heranziehung ihres jeweiligen politischen, sozial-, kultur- und mediengeschichtlichen Kontextes diskutiert. Im Zentrum steht die Präsentation der Stadt. Welche Stadtgesichter wurden gewählt, welche Intention stand hinter der jeweiligen Darstellungsform. Dabei ist die historische Entwicklung der Stadt von besonderer Bedeutung. Einen wichtigen Schwerpunkt der Sammlung stellt der Erste Weltkrieg dar.