Begegnungen nach Plan

Gemeinsames ForschungsProjekt Des Nordost-Instituts

Der Begriff „Kalter Krieg“ bezeichnet eine Ära der Trennung, und doch fand diese Auseinandersetzung in einem Zeitabschnitt statt, in dem sich immer mehr Menschen aufmachten, andere Länder zu bereisen und zu erkunden. Tourismus gab es auch über den „eisernen Vorhang“ hinweg in die sozialistischen Staaten. Das Projekt „Begegnungen nach Plan“ beschäftigt sich mit verschiedenen Phänomenen des West-Ost-Tourismus.

Konzept des Forschungsprojektes (PDF)

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Aktuelle Forschung

Projekte unseres wissenschaftlichen Teams, Drittmittelkonzepte und Kooperationen

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Die „Deutsche Frage“ in Kasachstan in der Breschnew-Zeit (1964-1982)

Victor Dönninghaus in Kooperation mit Prof. Dr. Kajrat Alimgazinov, Kasachische Nationale Pädagogische Abai-Universität 
Auf Grundlage der in den staatlichen Archiven Kasachstans enthaltenen Materialien und Dokumente soll die in den 1960er-1980er Jahren von der Partei- und Sowjetführung der Republik gegenüber den insgesamt etwa 900.000 in Kasachstan ansässigen Deutschen verfolgte Politik erforscht und analysiert werden.Die Autoren des Projektes stellen sich die Aufgabe, die Schlüsselmomente (Strategien, Modelle, Mechanismen und Praktiken) der politischen Aktivität der Deutschen zu untersuchen: die ...

Competing Socialisms and African Agency. 
The Sino-Soviet Rivalry in Tanzania during the Cold War, 1950s - 1990

Kirsten Bönker in Kooperation mit Thoralf Klein (Loughborough University) und Andrea Azizi Kifyasi (University of Dar es Salaam)
This project breaks new ground in exploring a hitherto understudied aspect of Cold War History - the competition between the Soviet and Chinese models of socialism in Africa. We use Tanzania as a case study to examine the connection between global and local factors and to analyse tangible interactions “on the ground”, highlighting the agency of African actors and their ability to navigate between the two socialist powers and use them to their own ends. Finally, we draw attention to the fact ...

Translokale Verflechtungen und Partnerschaften zwischen ost-, westdeutschen und (post-)sowjetischen Städten, 1957 - 2000

Kirsten Bönker
Die Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Leningrad stellte bei ihrer Anbahnung 1957 auf beiden Seiten ebenso ein Politikum wie eine außenpolitische Sensation dar. Während Partnerschaften zwischen Städten der Sowjetunion und anderen Staaten des Warschauer Paktes ein traditionelles Symbol der Völkerfreundschaft darstellten, nahmen die Kontakte zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion auf translokaler Ebene erst seit den späten 1960er Jahren zu: Jugendreisen, Tourismus, ...

‘Russia Is No Riddle‘: 
Westliche Auslandskorrespondent:innen in der Sowjetunion (1945 - 1991)

Kirsten Bönker
Das Projekt untersucht, wie westliche Korrespondent:innen den Kalten Krieg medial konstruiert, zu den Aushandlungen über die konkurrierenden politisch-sozialen Ordnungen beigetragen und nicht zuletzt damit die politischen Annäherungen bzw. Abgrenzungen gerahmt haben. Im Vordergrund stehen französische, westdeutsche und amerikanische Korrespondenten, um ein transnationales Spektrum an unterschiedlichen innen- und außenpolitischen Konstellationen im Zusammenspiel mit jeweils medienspezifischen ...

"Der ungekrönte König Estlands". Der Bankier Klaus Scheel und die Republik Estland

David Feest
Klaus Scheel gehörte zu den wichtigsten Bankiers der Republik Estland 1918-1940. Sein Einfluss war so groß, dass er als „der ungekrönte König Estlands“ bezeichnet wurde. Dabei half ihm seine Fähigkeit, sich mit unterschiedlichen Gruppen zu vernetzen. Zu ihnen gehörten die alte deutschbaltischen Führungsschicht, der Scheel selbst entstammte, ebenso wie die neue estnischen Eliten. Auch international konnte Scheel seine vielfältigen Verbindungen nach Deutschland, England, Skandinavien und Russland...

Gesammelte Erinnerung. Vom deutschen Heimatmuseum zum polnischen Regionalmuseum

Agnieszka Pufelska
Bei der Beschäftigung mit den Kriegsverlusten der Museen geht es nicht nur um das, was verloren gegangen ist; sondern vor allem um die Frage, was genau geschehen ist. Die geplante Monographie will die Folgen des Krieges für das bis 1944 existierende Heimatmuseum in Allenstein/Olsztyn aufzeigen. Thematisiert wird vor allem seine erinnerungspolitische Integration in die polnische Museumslandschaft der unmittelbaren Nachkriegszeit.Die heute bestehende Museumsvielfalt in den ehemaligen deutschen ...

Die besetzte Stadt. Planung und Stadtraum im Nationalsozialismus im sogenannten neuen deutschen Osten

Katja Bernhardt
Das Projekt nimmt die aktuelle Dynamik, die für die Forschung zur Stadtplanung im Nationalsozialismus im sogenannten neuen deutschen Osten aktuell zu beobachten ist, auf; strebt jedoch einen Perspektivwechsel an. Die Begriffe und Gegenstände, auf die hin das Problemfeld bezogen sein wird, sind nicht mehr die Stadt- und Raumplanung, sondern Stadt und Raumpraxis. In der Konsequenz dessen wird die bisher dominierende Planungsgeschichte mit Fragen der medialen und intellektuellen Aneignung des ...

Geschichte als Animation. Visuelle Strategien aktueller polnischer Geschichtspolitik 

Katja Bernhardt
Das Projekt ist im Bereich der deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte angesiedelt und fokussiert deren aktuelle zeitgeschichtliche Präsentation respektive Manifestation in den visuellen Medien. Mit Blick auf die neue Qualität der Visualisierungsformen und -strategien und deren neuen dynamischen Rezeptionsformate werden im Projekt methodisch-theoretische Problematisierungen und Analyse konkreter zeitgenössischer Erscheinungen wechselseitig miteinander verknüpft. Aktuell werden zwei Perspektiven...

Die Aussiedlung der Deutschen aus Bessarabien, Galizien, Bukowina und Westwolhynien ins Reich 1939-1940 

Dmytro Myeshkov
Im Rahmen dieses internationalen Publikationsprojektes wird die Planung und Durchführung der nationalsozialistischen Umsiedlungsaktion „Heim ins Reich“ (1939-1940) durch die Veröffentlichung neuen bzw. bisher unbekannten Akten-materials aus ukrainischen, deutschen, rumänischen und russischen Archiven dokumentiert. Die ausgewählten Dokumente werden im Band von Historikern aus Deutschland, der Ukraine, Moldawien und Russland analysiert und kommentiert. Die Publikation ist für 2022 vorgesehen.&nbs...

Die Ukrainedeutschen am Vorabend, während und in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg

Dmytro Myeshkov
Durch das schnelle Vorrücken der deutschen Wehrmacht im Sommer 1941 gelang es vielen Ukrainedeutschen den sowjetischen Deportationen zu entkommen, sodass mehr als 300.000 von ihnen in den besetzten Gebieten blieben. Das NS-Besatzungsregime gewährte ihnen Privilegien, betrachtete sie aber zugleich als ein wichtiges Instrument seiner verbrecherischen Politik. Das Projekt hat zum Ziel, die Geschichte der Ukrainedeutschen in den Jahren 1941–1945 mit Blick auf menschliche Erfahrungen und ...

Geschichte der lettischen Geschichtsschreibung

Detlef Henning
Historiker versuchen nicht nur, ein wissenschaftliches Bild der Vergangenheit zu entwerfen. Sie sind mit ihrer Geschichtsschreibung gleichzeitig Teil der Geschichte, denn ihre Untersuchungen spiegeln die Fragen und Probleme ihrer eigenen Zeit wider.Das Projekt „Geschichte der lettischen Geschichtsschreibung“ beschreibt die Entstehung der lettischen Geschichtsschreibung in Lettland seit der Zeit des Nationalismus im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Dabei wird deutlich, dass lettische ...

Abgeschlossene Forschungsprojekte


Das Projekt wurde in Kooperation zwischen dem Online-Portal dekoder: Russland verstehen, der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen und dem Nordost-Institut initiiert. Ziel ist die Erstellung eines interaktiven online-Dossiers zum Thema „Russlanddeutsche: Erinnerungen, Identitäten und Migrationsgeschichten“ und damit ein Beitrag zur Digitalisierung und multimedialen Geschichtsvermittlung. Das Dossier erscheint in deutscher und russischer Sprache auf einer Subdomain der Webseite dekoder.org.

Projektleiter: Victor Dönninghaus und Dmytro Myeshkov

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Im Forschungsprojekt wird die Arbeit des Komsomol mit deutschen Jugendlichen in Sowjetrussland (Sowjetunion) untersucht. Es fragt, inwieweit sich russlanddeutsche Jugendliche politisieren und über den Komsomol beeinflussen ließen. Dazu soll beschrieben werden, welche Formen der Leitung nichtrussischer kommunistischen Jugendorganisationen Moskau anwandte, um auf die junge Generation Einfluss zu nehmen. Von Interesse ist auch die Frage, wie Moskau es schaffte eine politische gewollte Abgrenzung der Jugendlichen nach Merkmalen des Klassenkampfes in die Praxis umzusetzen.

Projektleiter: Victor Dönninghaus

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In unserem Alltag in der Stadt, auf unseren Wegen durch selbige, in der Art und Weise, wie wir sie wahrnehmen und wie wir uns zu ihr in Beziehung setzen, befinden wir uns in einer beständigen Kommunikation mit der Geschichte der Stadt. Ihr beständiges Nachhallen umgibt uns, es dringt in uns ein, wir nehmen es auf, verändern es, tragen es fort und transformieren es in das, was kommen wird. Bewusst oder unbewusst (er)leben wir so einen beständigen Moment der Aneignung, Umdeutung und Emanzipation. Um die Vergegenwärtigung dieses Prozesses geht es in dem Projekt

Projektleiterin: Katja Bernhardt in Kooperation mit Anna Konik (Szczecin) und Constance Krüger (Frankfurt/Oder)

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Elise Jung-Stilling war Malerin und Gründerin der ersten Zeichenschule für Frauen im Baltikum. Ihr Tagebuch über eine Reise nach Italien wurde transkribiert, kommentiert und mit einer Einleitung versehen publiziert. Dem Editionsprojekt folgt das Anschlussprojekt „Der lange Weg vom Baltikum nach Italien“. In ihm werden autobiografische Zeugnisse von Italienreisen weiterer deutschbaltischer Künstlerinnen und Künstler gesammelt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Projektleiterin: Anja Wilhelmi

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Das zunächst als kommentierte Edition eines Tagebuches aus dem Jahre 1896 konzipierte Projekt wird in einem zweiten Schritt auf Reiseerfahrungen und -erwartungen (im Sinne Reinhart Kosellecks) von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Baltikum erweitert und aus kulturhistorischer Sicht auf eine komparatistische Ebene gestellt. Aspekte des Kulturaustausches von West nach Ost bzw. von Ost nach West werden behandelt. Dabei werden ethnisch-nationale ebenso wie konfessionelle Stereotype (Stichwort: Kulturprotestantismus) und darüber hinaus geschlechtliche und professionelle Zugehörigkeiten untersucht.

Projektleiterin: Anja Wilhelmi

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Ziel des Projektes war es, der lokalen Erinnerung an die jüdische und die deutsche Bevölkerung in den schlesischen Städten Dzierżonów (ehemals Reichenbach) und Raciborz (ehemals Ratibor) nach 1945 nachzugehen und die Erinnerungsforschung um sozialhistorische und soziologische Fragestellungen zu bereichern.

DFG/NCN Projekt

Projektleiterin: PD Dr. Katrin Steffen
Ehemalige DFG-Projektmitarbeiterin: Dr. Imke Hansen (09/2016 - 08/2019)

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Lehre

Das Lehrangebot der MitarbeiterInnen und Mitarbeiter

Universität Hamburg, Raum: Phil A 1005

Hauptseminar (54-327 NG)

13.10.2025 - 26.01.2026

Montag: 16:00 - 18:00 Uhr

Beschreibung:

Bereits 1989 behauptete der amerikanische Politikwissenschaftler Francis Fukuyama, dass mit dem zerfallenden sowjetisch dominierten Ostblock die Geschichte als ein Kampf der Ideologien zu ihrem Ende gekommen sei. Den Grund sah er im weltweiten Siegeszug der liberaldemokratischen Ordnung. Nun, die folgenden Jahrzehnte mit dem Aufstieg Chinas und Putins bis hin zum russischen Überfall auf die Ukraine widerlegten Fukuyama grundlegend. Zwar sind historische Vergleiche zwischen verschiedenen Zeiträumen oft problematisch. Doch angesichts der jüngsten geopolitischen Ereignisse stellt sich die Frage, ob die Welt wieder auf Dauer in stabile und sich feindlich gegenüberstehende Blöcke aufgeteilt wird. Dabei stellt sich die Frage, ob die geopolitische Machtbalance der Situation im Kalten Krieg ähneln oder sie sich doch anders entwickeln wird?

Das Seminar ist projektförmig angelegt und wird gemeinsam mit der Universität zu Köln veranstaltet. Es nimmt die 1990er Jahre als Zeit nach der historischen Zäsur des Endes des Kalten Kriegs 1989/91, mit den sozio-politischen Umbrüchen, mit den kulturellen und ökonomischen Transformationen auf mehreren Ebenen in den Blick. Im Seminar werden wir uns mit aktuellen Forschungsergebnissen zu dieser Transformation in einer europäischen Perspektive auseinandersetzen und uns gleichzeitig mit Fragen der Geschichtsvermittlung auseinandersetzen. Daher werden wir uns auf die Suche nach Quellen begeben, die noch nicht in das kollektive Gedächtnis eingegangen sind. Der Hamburger Zweig fokussiert primär fachwissenschaftliche Perspektiven, während der Kölner Zweig geschichtsdidaktische Fragestellungen vertieft. Teile des Seminars werden in getrennten Gruppen jeweils vor Ort durchgeführt. Andere Teile werden gemeinsam digital durchgeführt. Ziel ist es, eine Quellenedition mit Lernaufgaben zu konzipieren, die auch im Geschichtsunterricht eingesetzt werden kann. Für den praktischen Teil werden Tandems aus Hamburger und Kölner Studierenden gebildet.

Hinweise zur Literatur und den Einzelterminen finden Sie hier.

Universität Potsdam, Historisches Institut

Hauptseminar als Blockseminar
24.10.2025 - 23.01.2026
Freitag und Samstag: 10:00 - 15:00/16:00 Uhr

Beschreibung:

Preußen ist als Staat im 20. Jahrhundert untergegangen, doch seine Nachwirkungen sind in Politik, Gesellschaft, Kultur und Erinnerung bis heute spürbar. Das Blockseminar widmet sich der Frage, wie Preußen nach seinem Ende erinnert, interpretiert und gedeutet wurde – sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland, aber auch aus europäischen und postkolonialen Perspektiven.

Unter dem Leitbegriff Postpreußen werden wir uns mit Diskursen, Symbolen und Praktiken auseinandersetzen, die das Bild Preußens nach 1945 geprägt haben: von der politischen Instrumentalisierung in beiden deutschen Staaten über museale Inszenierungen bis hin zu heutigen Debatten um Denkmäler, Architektur und kollektive Erinnerung.

Themenfelder (Auswahl):

Preußen als Erinnerungsort in Ost- und Westdeutschland / Das „Ende Preußens” und seine symbolische Bedeutung / Preußen in Literatur, Film und Populärkultur / Postkoloniale Perspektiven auf Preußen als Imperium / Kontinuitäten und Brüche: Verwaltung, Militär, Bildungswesen / Architektur und Stadtraum: Garnisonkirche, vom Berliner Schloss bis zum Humboldt Forum 

Ziele des Seminars: 

Das Seminar bietet Studierenden die Möglichkeit, sich kritisch mit der Nachgeschichte Preußens auseinanderzusetzen. Ziel ist es, einerseits die historiographischen und erinnerungskulturellen Debatten kennenzulernen und andererseits eigene Forschungsfragen im Bereich Postpreußen zu entwickeln.