„Begegnungen nach Plan“

Gemeinsames ForschungsProjekt Des Nordost-Instituts

Der Begriff „Kalter Krieg“ bezeichnet eine Ära der Trennung, und doch fand diese Auseinandersetzung in einem Zeitabschnitt statt, in dem sich immer mehr Menschen aufmachten, andere Länder zu bereisen und zu erkunden. Tourismus gab es auch über den „eisernen Vorhang“ hinweg in die sozialistischen Staaten. Das Projekt „Begegnungen nach Plan“ beschäftigt sich mit verschiedenen Phänomenen des West-Ost-Tourismus.

Konzept des Forschungsprojektes

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Reiseführer als Vehikel für historische Mythen

Agnieszka Pufelska
Teilprojekt des gemeinsamen Forschungsprojekts "Begegnungen nach Plan"
Die Quellengattung des Reiseführers hat in der Erforschung der deutsch-polnischen Beziehungen der Nachkriegszeit wenig Aufmerksamkeit erfahren. Dabei stellte diese Textform für die Besucher:innen aus Westdeutschland häufig den kulturellen Erstkontakt mit der Polnischen Volksrepublik dar. Der Beitrag setzt sich daher zum Ziel, am Beispiel deutschsprachiger Reiseführer aus Polen der Frage nachzugehen, welches historisches Selbstbild diese in den 1970/80er Jahren den deutschen Tourist:innen zu ...

Heimwehtourismus
am Beispiel der Zeitschrift „Baltische Briefe“

Anja Wilhelmi
Teilprojekt des gemeinsamen Forschungsprojekts "Begegnungen nach Plan"
Die „Baltischen Briefe“ sind seit Beginn ihrer Herausgabe in der unmittelbaren Nachkriegszeit das zentrale Mitteilungsorgan der Deutschbalten. In dem monatlich erscheinenden Blatt werden Informationen für die und aus den Regionen vereint, in denen sich deutschbaltische Bevölkerungsteile nach 1945 niedergelassen haben. Neben dieser Vernetzungsarbeit wirken die „Baltischen Briefe“ als Informationsbörse zu Geschehnissen aus dem Baltikum selbst. Der Versuch, die Verbindung mit der „Heimat“ zu halte...

Lettland im Stalinismus – Begegnungen hinter dem „Eisernen Vorhang“ (1945‒1956)

Detlef Henning
Teilprojekt des gemeinsamen Forschungsprojekts "Begegnungen nach Plan"
Das Ende des Zweiten Weltkrieges und die erneute Okkupation und Annexion Lettlands durch die Sowjetunion 1944/1945 bedeuteten keineswegs das Ende der Kriegshandlungen in dem mittleren baltischen Staat. Die Kämpfe lettischer Partisanen gegen die Rote Armee und der Widerstand gegen die Stalinisierung des Landes dauerten bis zu Beginn der 1950 Jahre an. Stalin versuchte daher, die baltischen Sowjetrepubliken als neue Nordostgrenze der Sowjetunion nach außen hin abzuschirmen, denn er rechnete bis ...

Risse im „Eisernen Vorhang“:
Internationaler Tourismus und KGB
(am Beispiel der Litauischen SSR)

Victor Dönninghaus / Joachim Tauber
Teilprojekt des gemeinsamen Forschungsprojekts "Begegnungen nach Plan"
Die „Offene Gesellschaft“ gehört zu den Grundmerkmalen der heutigen globalisierten Welt. Zugleich gibt es zahlreiche Staaten, die den ein oder anderen Grad von Autarkie gegenüber der Außenwelt als natürlichen Zustand betrachten und Ausländer als Bedrohung ihrer traditionellen Ordnung wahrnehmen. Im politischen Kontext resultiert aus der Konfrontation mit dem vorgeblichen „ausländischen Einfluss“ gerade zwangsläufig eine manische Angst vor Spionen. Vor diesem Hintergrund stellte die Sowjetunion ...

Aktuelle Forschung

Projekte der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 

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“If I can get paint, the future is ours!” Artists as prisoners of the First World War in Siberia. 

Lena Radauer
Über zwei Millionen Militärangehörige der Mittelmächte wurden während des Ersten Weltkriegs von der russischen Armee gefangen genommen. Diese Kriegsgefangenen kamen aus verschiedenen Ländern, hatten unterschiedliche Nationalitäten und militärische Ränge – Faktoren, die ihre Behandlung durch den Gewahrsamsstaat definierten. Weit weniger ist jedoch darüber bekannt, wie die zivile Identität der Männer und insbesondere der Beruf ihre Erfahrung der Kriegsgefangenschaft beeinflussten.Das gegenwärtige...

„Der lange Weg vom Baltikum nach Italien“.   Italienreisen deutschbaltischer Künstlerinnen und Künstler 

Anja Wilhelmi
Das zunächst als kommentierte Edition eines Tagebuches aus dem Jahre 1896 konzipierte Projekt wird in einem zweiten Schritt auf Reiseerfahrungen und -erwartungen (im Sinne Reinhart Kosellecks) von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Baltikum erweitert und aus kulturhistorischer Sicht auf eine komparatistische Ebene gestellt. Aspekte des Kulturaustausches von West nach Ost bzw. von Ost nach West werden behandelt. Dabei werden ethnisch-nationale ebenso wie konfessionelle Stereotype (Stichwort: ...

„Elise Jung-Stilling“

Anja Wilhelmi
Elise Jung-Stilling war Malerin und Gründerin der ersten Zeichenschule für Frauen im Baltikum. Sie hinterließ ein bislang unbekanntes Tagebuch über ihre Reise nach Italien. In dem Projekt wird dieses Tagebuch transkribiert und mit einem wissenschaftlichen Apparat und Kommentar versehen publiziert. 1896 reiste die Künstlerin und Leiterin der ersten auch für Frauen geöffneten Zeichenschule, Elise Jung-Stilling, nach Italien. In einem Tagebuch hinterließ Jung-Stilling ihre Eindrücke von der ...

"Der ungekrönte König Estlands". Der Bankier Klaus Scheel und die Republik Estland

David Feest
Klaus Scheel gehörte zu den wichtigsten Bankiers der Republik Estland 1918-1940. Sein Einfluss war so groß, dass er als „der ungekrönte König Estlands“ bezeichnet wurde. Dabei half ihm seine Fähigkeit, sich mit unterschiedlichen Gruppen zu vernetzen. Zu ihnen gehörten die alte deutschbaltischen Führungsschicht, der Scheel selbst entstammte, ebenso wie die neue estnischen Eliten. Auch international konnte Scheel seine vielfältigen Verbindungen nach Deutschland, England, Skandinavien und Russland...

Deutsch-litauische Jahre. Zäsuren der Beziehungen zwischen Deutschland und Litauen im 20. Jahrhundert

Joachim Tauber
Deutschland und Litauen haben wenig gemeinsam, wenn wir die beiden Länder aus politischer und wirtschaftlicher Sicht betrachten. Hier ein Schwergewicht der Europäischen Union, dort eines ihrer kleinsten Mitglieder. Und doch gab es immer Momente, in denen den Beziehungen zwischen der mitteleuropäischen Zentralmacht und dem baltischen Staat eine besondere Bedeutung zukam, Jahre, in denen Geschichte geschrieben wurde, deren Folgen teilweise bis heute in Litauen spürbar sind.In meinem Buch möchte ...

Gesammelte Erinnerung. Vom deutschen Heimatmuseum zum polnischen Regionalmuseum

Agnieszka Pufelska
Bei der Beschäftigung mit den Kriegsverlusten der Museen geht es nicht nur um das, was verloren gegangen ist; sondern vor allem um die Frage, was genau geschehen ist. Die geplante Monographie will die Folgen des Krieges für das bis 1944 existierende Heimatmuseum in Allenstein/Olsztyn aufzeigen. Thematisiert wird vor allem seine erinnerungspolitische Integration in die polnische Museumslandschaft der unmittelbaren Nachkriegszeit.Die heute bestehende Museumsvielfalt in den ehemaligen deutschen ...

Pogłos miasta - Das Nachhallen der Stadt. Ein interdisziplinäres Forschungs- und Ausstellungsprojekt

Katja Bernhardt
in Kooperation mit Anna Konik (Szczecin) und Constance Krüger (Frankfurt/Oder)
In unserem Alltag in der Stadt, auf unseren Wegen durch selbige, in der Art und Weise, wie wir sie wahrnehmen und wie wir uns zu ihr in Beziehung setzen, befinden wir uns in einer beständigen Kommunikation mit der Geschichte der Stadt. Ihr beständiges Nachhallen umgibt uns, es dringt in uns ein, wir nehmen es auf, verändern es, tragen es fort und transformieren es in das, was kommen wird. Bewusst oder unbewusst (er)leben wir so einen beständigen Moment der Aneignung, Umdeutung und Emanzipation...

Die besetzte Stadt. Planung und Stadtraum im Nationalsozialismus im sogenannten neuen deutschen Osten

Katja Bernhardt
Das Projekt nimmt die aktuelle Dynamik, die für die Forschung zur Stadtplanung im Nationalsozialismus im sogenannten neuen deutschen Osten aktuell zu beobachten ist, auf; strebt jedoch einen Perspektivwechsel an. Die Begriffe und Gegenstände, auf die hin das Problemfeld bezogen sein wird, sind nicht mehr die Stadt- und Raumplanung, sondern Stadt und Raumpraxis. In der Konsequenz dessen wird die bisher dominierende Planungsgeschichte mit Fragen der medialen und intellektuellen Aneignung des ...

Geschichte als Animation. Visuelle Strategien aktueller polnischer Geschichtspolitik 

Katja Bernhardt
Das Projekt ist im Bereich der deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte angesiedelt und fokussiert deren aktuelle zeitgeschichtliche Präsentation respektive Manifestation in den visuellen Medien. Mit Blick auf die neue Qualität der Visualisierungsformen und -strategien und deren neuen dynamischen Rezeptionsformate werden im Projekt methodisch-theoretische Problematisierungen und Analyse konkreter zeitgenössischer Erscheinungen wechselseitig miteinander verknüpft. Aktuell werden zwei Perspektiven...

Die Aussiedlung der Deutschen aus Bessarabien, Galizien, Bukowina und Westwolhynien ins Reich 1939–1940 

Dmytro Myeshkov
Im Rahmen dieses internationalen Publikationsprojektes wird die Planung und Durchführung der nationalsozialistischen Umsiedlungsaktion „Heim ins Reich“ (1939-1940) durch die Veröffentlichung neuen bzw. bisher unbekannten Akten-materials aus ukrainischen, deutschen, rumänischen und russischen Archiven dokumentiert. Die ausgewählten Dokumente werden im Band von Historikern aus Deutschland, der Ukraine, Moldawien und Russland analysiert und kommentiert. Die Publikation ist für 2022 vorgesehen.&nbs...

Die Ukrainedeutschen am Vorabend, während und in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg

Dmytro Myeshkov
Durch das schnelle Vorrücken der deutschen Wehrmacht im Sommer 1941 gelang es vielen Ukrainedeutschen den sowjetischen Deportationen zu entkommen, sodass mehr als 300.000 von ihnen in den besetzten Gebieten blieben. Das NS-Besatzungsregime gewährte ihnen Privilegien, betrachtete sie aber zugleich als ein wichtiges Instrument seiner verbrecherischen Politik. Das Projekt hat zum Ziel, die Geschichte der Ukrainedeutschen in den Jahren 1941–1945 mit Blick auf menschliche Erfahrungen und ...

„Digitales Dossier zur Geschichte und Gegenwart der Russlanddeutschen“ - Russlanddeutsches Diarama: Erinnerungen, Identitäten und Mitgrationsgeschichten

Victor Dönninghaus und Dmytro Myeshkov
Das Projekt wurde in Kooperation zwischen dem Online-Portal dekoder: Russland verstehen, der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen und dem Nordost-Institut initiiert. Ziel ist die Erstellung eines interaktiven online-Dossiers zum Thema „Russlanddeutsche: Erinnerungen, Identitäten und Migrationsgeschichten“ und damit ein Beitrag zur Digitalisierung und multimedialen Geschichtsvermittlung. Das Dossier erscheint in deutscher und russischer Sprache auf einer Subdomain der Webseite ...

„Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“. Die neue Ordnung und die russlanddeutsche Jugend in der Sowjetunion (1917–1941)

Victor Dönninghaus
1918 gründete die Kommunistische Partei Russlands (RKP(b)) einen Kommunistischen Jugendverband, auch Komsomol genannt. Die Bolschewisten verfolgten dabei zwei Ziele: Sie wollten den politischen Klassenkampf auch in den jungen Generationen festigen und die Jugend für ihre Zwecke gewinnen.Im Forschungsprojekt wird die Arbeit des Komsomol mit deutschen Jugendlichen in Sowjetrussland (Sowjetunion) untersucht. Es fragt, inwieweit sich russlanddeutsche Jugendliche politisieren und über den Komsomol ...

Geschichte der lettischen Geschichtsschreibung

Detlef Henning
Historiker versuchen nicht nur, ein wissenschaftliches Bild der Vergangenheit zu entwerfen. Sie sind mit ihrer Geschichtsschreibung gleichzeitig Teil der Geschichte, denn ihre Untersuchungen spiegeln die Fragen und Probleme ihrer eigenen Zeit wider.Das Projekt „Geschichte der lettischen Geschichtsschreibung“ beschreibt die Entstehung der lettischen Geschichtsschreibung in Lettland seit der Zeit des Nationalismus im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Dabei wird deutlich, dass lettische ...

Russlanddeutsche und andere nationale Minderheiten in der Land-Stadt-Migration nach 1956

Helene Henze
Für die Russlanddeutschen und andere nationale Minderheiten begann nach 1956 eine Phase der Rehabilitation. Vielen von ihnen gelang es, sich in der postsowjetischen Gesellschaft zu behaupten und zu assimilieren. Nicht selten erfolgte diese Normalisierung im Kontext der Landflucht-Wellen in den 1960er und 70er Jahre. Am Beispiel zweier Regionen (Sibirien und Zentralsien) wird herausgearbeitet, wie die Russlanddeutschen und andere nationale Minderheiten auf die Urbanisierung der ...

Kooperationen des Nordost-Instituts

Drittmittelprojekte und Forschungskooperationen

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Ambivalenzen des Sowjetischen. Diasporanationalitäten zwischen kollektiven Diskriminierungserfahrungen und individueller Normalisierung, 1953-2023

Forschungsverbund
Das Nordost-Institut (IKGN e. V.) ist Mitglied im Forschungsverbund „Ambivalenzen des Sowjetischen - Diasporanationalitäten zwischen kollektiven Diskriminierungserfahrungen und individueller Normalisierung, 1953-2023“. Der Forschungsverbund ist ein Zusammenschluss der Professur für Osteuropäische Geschichte der Georg-August-Universität Göttingen, des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) in Oldenburg, des Research Center for the History of ...

Die kosmopolitische Stadt. Riga als globaler Hafen und internationale Handelsmetropole (1861—1939)

Assozierte Wissenschaftlerin
Dr. Katja Wezel 
Das Projekt “Die kosmopolitische Stadt. Riga als globaler Hafen und internationale Handelsmetropole (1861—1939)” untersucht die Wirtschaftsgeschichte und die Handelsbeziehungen Rigas mit seinen wichtigsten Handelspartnern unter Einbeziehung digitaler Forschungsmethoden (HGIS). Zwischen 1901 und 1905 wurde der Rigaer Hafen der umsatzstärkste im Russländischen Kaiserreich und behielt diese Stellung bis zum 1. Weltkrieg. Die historische GIS-Forschung (HGIS) ermöglicht die Darstellung des ...

Europäisches Netzwerk Erinnerung und Solidarität

Kooperation
Das Nordost-Institut (IKGN e. V.) unterstützt im Rahmen eines Kooperationsvertrages die Tätigkeit und Aufgaben des Europäischen Netzwerks Erinnerung und Solidarität und kooperiert mit dem Netzwerk vor allem bei der Organisation von Tagungen und Veröffentlichungen – ein Beispiel dieser Kooperation ist die gemeinsam organisierte Tagung „Die ersten Monate des Großen Krieges in Mittel- und Ostmitteleuropa. Mentalitäten, Stimmungen und Erfahrungen im Sommer und Herbst 1914“ vom 26. - 28. März 2014 ...

Juden und Deutsche im polnischen 
Gedächtnis

DFG/NCN Projekt
Beginnend mit dem Jahr 2016 wurde am Nordost-Institut unter der Leitung von Dr. Katrin Steffen und in Kooperation mit Soziolog/innen und Historiker/innen der Universität Wrocław das interdisziplinär angelegte Projekt „Juden und Deutsche im polnischen kollektiven Gedächtnis" zwei Fallstudien zu Erinnerungsprozessen in lokalen Gemeinschaften nach dem Zweiten Weltkrieg“ durchgeführt. Das Projekt wurde im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gemeinsam mit dem Polnischen ...

Lehre

Das aktuelle Lehrangebot der MitarbeiterInnen und Mitarbeiter

Baltic History as Postcolonial History?, Übung, Humboldt-Universität zu Berlin, Sommersemester 2022

Humboldt-Universität zu Berlin

Beschreibung

Postcolonial studies as an academic discipline dealing with the effects of colonialism on cultures and societies are not new. They were developed by scholars from formerly colonized countries whose goal was to describe colonial systems from the perspective of the colonized. After the collapse of the Soviet Union, a number of scholars from the Baltic states have attempted to describe their own history in terms of postcolonial studies, pointing out that their own experiences with Soviet rule, as well as with the former Russian Empire, were also colonial in nature. This trend has remained confined mainly to literary studies and has had little impact on academic historiography. Nevertheless, it offers important new perspectives and additions to current historiography that mainly focuses on national aspects.
Using the Baltic region as an example, the course aims to introduce key issues, methods, and concepts of postcolonial studies. We will analyze terms such as colonization, occupation, sovietization, or modernity and evaluate their usefulness for understanding the history of the Baltic  States. We will also ask to what extent the Baltic experience can be called colonial and what are the advantages of such an approach. What are the specifics of the Baltic experience, and what different discourses have shaped its understanding of coloniality?

Das Tor Europas: Geschichte der Ukraine zwischen den Imperien, Seminar, Universität Potsdam, Sommersemester 2022

Universität Potsdam

Beschreibung

Der russische Überfall auf die Ukraine hat deutlich gemacht, wie gering das Wissen über dieses Land in Deutschland ist. Aktuell ringen russische, ukrainische und westliche Akteure um die Deutungshoheit über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der gesamten Region. Dabei vermengen sich häufig Innen- und Außenpolitik, Geschichtsbilder und Machtansprüche zu einer explosiven Mischung. Wenngleich die Geschichte der Ukraine komplex und widersprüchlich ist, da es immer nur für sehr kurze Phasen einen eigenen Staat gab, umfasst sie auch wichtige Regionen Europas. Zudem verfügt die Ukraine über eine wichtige geopolitische Lage zwischen Russland und der Europäischen Union. Im Seminar soll ein Überblick über die Geschichte der Ukraine von der Kiever Rus‘ bis zum russisch-ukrainischen Krieg vermittelt werden, die sehr eng mit zentralen Entwicklungen in Osteuropa wie dem Mongolensturm, dem Fürstentum Polen-Litauen, dem Russischen Reich und der Habsburgermonarchie, der Modernisierung seit dem 19. Jahrhundert, Nationsbildungsbewegungen und der Sowjetunion verbunden ist. Die Sitzungen sind chronologisch-thematisch aufgebaut. Vornehmlich geht es um wichtige Strukturen, Faktoren des Wandels sowie Lebenswelten.

Entscheidung über Deutschland: Die deutsche Frage und der Kalte Krieg, Universität Hamburg, Sommersemester 2022

Universität Hamburg

Beschreibung

Die deutsche Frage und der Kalte Krieg stehen in direktem Zusammenhang. Die deutsche Teilung war ein besonders augenfälliges Symbol des Kalten Krieges, an dem die Bundesrepublik und die DDR als 'Frontstaaten' auf der Seite ihres jeweiligen Lagers teilnahmen. Ein Schwerpunkt der Vorlesung liegt auf der Genese des Kalten Krieges und den Weg in die deutsche Teilung sowie der Etablierung der Machtblöcke bis 1955. Neben der Entspannungspolitik der 70er Jahre (Schlußakte von Helsinki) wird abschließend auf das Ende der bipolaren Welt und die Ereignisse 1989/91 in Mittel- und Ostmitteleuropa eingegangen.

Einführende Literatur:

  • Wilfried Loth: Die Teilung der Welt. Geschichte des Kalten Krieges, 1941-1955, München 9/2000. Timothy Garton Ash: Im Namen Europas. Deutschland und der geteilte Kontinent, Erstveröffentlichung München 1993.
Pogłos miasta/Das Nachhallen der Stadt. Ein interdisziplinäres Kunst- und Forschungsprojekt zur Stadtanalyse, Akademia Sztuki w Szczecinie und Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Sommersemester 2022 

Kooperation der Europa-Universität Viadrina, der Akademia Sztuki w Szczecinie und des Nordost-Instituts, Lüneburg

Beschreibung

Das Projekt thematisiert die Gegenwart der Vergangenheit in der Stadt. Dem liegt die Annahme zu Grunde, dass wir uns in unserem alltäglichen Selbstverständnis und in den davon nicht zu trennenden Projektionen auf die Zukunft in einem beständigen Dialog mit dem Vergangen befinden. Was aber, wenn das Vergangene fremd erscheint oder wenn es sich permanent entzieht? Pogłos miasta/Das Nachhallen der Stadt widmet sich mit Stettin/Szczecin und Frankfurt/Oder/Słubice zwei Orten, die in ihrer Gestalt, in ihrer räumlichen Ordnung und Funktionsweise eng an die städtische Entwicklung in Preußen im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zurückgebunden waren, im Zuge und im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges jedoch radikale Einschnitte erfuhren. Wir stellen uns zur Aufgabe, Formen und Strategien zu entwickeln, um dieses vielstimmige und sich in permanenter Veränderung befindende Nachhallen der Stadt aufzuspüren, in seiner Gegenwart anschaulich zu machen und darüber in einen Austausch zu treten. Dabei werden im Projekt drei sonst zumeist getrennt voneinander praktizierte Zugänge konzeptionell und praktisch eng miteinander verwoben: die historisch-kritische Analyse, die künstlerisch-kreative Untersuchung und die reflektierende Vermittlung. Den Ausgangspunkt bilden historische Postkarten mit Ansichten Stettins aus der Sammlung des Nordost-Instituts. Ausgehend von der historisch-kritischen Analyse der Karten und eine Rückkopplung an die konkreten Orte in der Stadt sind die Studierenden der Akademia Sztuki w Szczecinie aufgefordert, künstlerische Strategien zu entwickeln, mit denen das Nachhallen der Stadt, d.h. die verschiedenen Formen der Präsenz des Vergangen in der Stadt, aufgespürt und sicht- respektive hörbar gemacht werden kann. Die Studierenden der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) werden hingegen mit der Aufgabe betraut, ein Ausstellungskonzept zu entwickeln, mit dem die Arbeiten der Studierenden der ASS auf dem Labyrint - Festival Neuer Kunst im Oktober 2022 in Frankfurt/Oder/Słubice präsentiert werden können.

Bevölkerungsstatistiken des Russischen Reiches und der Sowjetunion. Quellen und Forschungsansätze, Universität Hamburg, Sommersemester 2022

Universität Hamburg

Beschreibung

Historisch-demographische Untersuchungen im Bereich russische bzw. sowjetische Geschichte können sich auf vielfältige Quellen stützen und sind methodisch innovativ und vielversprechend. Im Rahmen der Übung werden russische/sowjetische Bevölkerungsstatistiken aus der Zeit zwischen dem frühen 19. Jahrhundert und den 1970er Jahren analysiert. Dabei wird in erster Linie das Informationspotential der Erfassungen der Steuerzahler (bis 1858), der ersten Volkszählung im Russischen Reich (1897) sowie der sowjetischen Volkszählungen (zwischen 1926 und 1979) eingehend untersucht. Aufgrund exemplarischer Auswertungen werden Fragestellungen diskutiert, die diese Quellenart ermöglicht. Schließlich werden Forschungsansätze verwendet, die für die ausgewählten Fragestellungen in Frage kommen.

Literatur

Research Guide to the Russian and Soviet Censuses. Hg. v. Ralph S. Clem. Ithaca/New York, London 1986. Die Nationalitäten des Russischen Reiches in der Volkszählung von 1897. Hg. Henning Bauer u.a. Stuttgart 1991 (2 Bde.).