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Nordost-Institut
Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa (IKGN e.V.) an der Universität Hamburg

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Massaker von Palmnicken 1945: 
Eine Zeitzeugin erinnert sich

Ein Gespräch mit Margitta Sünwoldt und Claudia Vollmer

03September

Am Donnerstag, den 3. September 2026, um 18:00 Uhr, informieren die Zeitzeugin Margitta Sünwoldt und die Politologin Dr. Claudia Vollmer am Nordost-Institut über ein lange wenig bekanntes NS-Verbrechen am Ende des Zweiten Weltkrieges: den Todesmarsch und das Massaker von Palmnicken in Ostpreußen.

Im Januar 1945 wurden dort mehrere Tausend jüdische Frauen und mehrere Hundert jüdische Männer ermordet. Die Opfer stammten vor allem aus Polen, Ungarn und dem Baltikum, aber auch aus Deutschland, und waren zuvor in Außenlagern des Konzentrationslagers Stutthof bei Danzig inhaftiert gewesen. Am Strand von Palmnicken wurden sie von deutscher SS, unterstützt durch Angehörige der Hitlerjugend sowie durch Mittäter aus verschiedenen Ländern, erschossen und erschlagen.

Eine Überlebende des Massakers machte es sich später zur Lebensaufgabe, die Erinnerung an das Geschehen wachzuhalten. Lange fand sie damit jedoch kaum Gehör. Erst der Bericht eines ehemaligen Hitlerjungen aus der Tätergruppe, der Mitte der 1990er Jahre veröffentlicht wurde, machte das Verbrechen einer begrenzten Öffentlichkeit bekannt.

Margitta Sünwoldt hat ihre Erinnerungen an Kindheit, Krieg, Flucht und Heimatverlust auch in ihrem Buch Von Königsberg bis 80 (2017) festgehalten. Die Veranstaltung greift diese persönliche Perspektive auf und ordnet sie in die Geschichte und Erinnerung an das Massaker von Palmnicken ein.

Ziel der Veranstaltung ist es, an dieses kaum bekannte Kriegsendphasenverbrechen zu erinnern und das Gedenken daran stärker in der Erinnerungslandschaft zu verankern. Der historische Ort Palmnicken heißt heute Jantarny/Yantarny und liegt in der russischen Exklave Kaliningrad.

Der Eintritt ist frei. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig.

Die Veranstaltung wird organisiert von Claudia Vollmer und dem Nordost-Institut.

Kontakt: veranstaltung@ikgn.de