Von Erfolgen zu Verfolgungen. Der Weg der Kaukasusdeutschen in die Deportation
„85 Jahre Deportation der Deutschen in der Sowjetunion"
Am Dienstag, 20. Oktober 2026, um 18:00 Uhr spricht Prof. Dr. Eva-Maria Auch, ehemalige Inhaberin des Stiftungslehrstuhls „Geschichte Aserbaidschans“ an der Humboldt-Universität zu Berlin, über die Geschichte der Kaukasusdeutschen und ihren Weg in die Deportation.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten rund 2,6 Millionen Menschen deutscher Abstammung im Russischen Reich. Bis 1926 war ihre Zahl infolge von Weltkrieg, Bürgerkrieg, Territorialveränderungen, Hungersnöten und Auswanderung auf etwa 1,24 Millionen zurückgegangen. In der Sowjetunion waren sie von Zwangskollektivierung, Industrialisierung, kultureller Vereinheitlichung und dem stalinistischen Terror besonders stark betroffen. Zugleich wurden sie zunehmend zum Gegenstand außenpolitischer Interessen.
Im Mittelpunkt des Vortrags steht die vergleichsweise kleine Siedlungsgruppe der Kaukasusdeutschen. Seit 1817 waren deutsche Gemeinden in Georgien, Aserbaidschan und später auch im Nordkaukasus entstanden. Vor allem die Winzerdörfer im Südkaukasus entwickelten eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung und prägten ihre Regionen über mehrere Generationen hinweg.
Mit der Deportation im September und Oktober 1941 fand diese mehr als 120-jährige Siedlungsgeschichte ein schmerzvolles Ende. Der Vortrag beleuchtet die Vorgeschichte und konkrete Umsetzung der Zwangsumsiedlung sowie deren Folgen, die das Leben und die Erinnerung der Nachfahren der Kaukasusdeutschen bis heute prägen.
Der Vortrag „Von Erfolgen zu Verfolgungen. Der Weg der Kaukasusdeutschen in die Deportation“ von Prof. Dr. Eva-Maria Auch ist Teil der Vortragsreihe „Erinnern. Verstehen. Weitergeben. 85 Jahre Deportation der Deutschen in der Sowjetunion“.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Vortragsreihe ist eine Veranstaltung des Nordost-Instituts, Lüneburg (IKGN e. V.).
Kontakt: veranstaltung@ikgn.de
