Wolga oder Elbe? Russlanddeutsche zwischen Autonomietraum und Ausreise in die BRD 1988-1994
„85 Jahre Deportation der Deutschen in der Sowjetunion"
Am 3. November 2026 um 18:00 Uhr spricht Philipp Dreiling von der Universität zu Köln über die politischen und gesellschaftlichen Debatten, die das Leben der Russlanddeutschen zwischen dem Ende der 1980er- und der Mitte der 1990er-Jahre prägten.
Im Zentrum des Vortrags stehen die Bestrebungen zur Wiedererrichtung einer autonomen Republik der Russlanddeutschen an der Wolga. Die 1989 gegründete Bewegung „Wiedergeburt“ setzte sich für dieses Ziel ein, scheiterte jedoch an internen Konflikten, lokalem Widerstand und fehlender politischer Unterstützung. Gleichzeitig stieg die Zahl der Ausreisen in die Bundesrepublik stark an.
Philipp Dreiling untersucht zudem, wie bundesdeutsche Medien die Alternativen „Autonomie an der Wolga“ und „Ausreise nach Deutschland“ gegenüberstellten. Dabei wurden Russlanddeutsche häufig als homogene, passive Opfergruppe dargestellt, während ihre Migration zunehmend als politisch zu regulierende Herausforderung erschien.
Der Vortrag „Wolga oder Elbe? Russlanddeutsche zwischen Autonomietraum und Ausreise in die BRD 1988–1994“ von Philipp Dreiling ist Teil der Vortragsreihe „85 Jahre Deportation der Deutschen in der Sowjetunion“.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Vortragsreihe ist eine Veranstaltung des Nordost-Instituts, Lüneburg (IKGN e. V.).
Kontakt: veranstaltung@ikgn.de
