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Nordost-Institut
Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa (IKGN e.V.) an der Universität Hamburg

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Deutsche Minderheiten im besetzten Osteuropa und NS-Verbrechen

Wissenschaftlicher Workshop im Nordost-Institut

09Dezember

Vom 9. bis 11. Dezember 2026 veranstaltet das Nordost-Institut gemeinsam mit der Forschungsstelle für Geschichte und Kultur der Deutschen in Russland an der Universität Heidelberg einen wissenschaftlichen Workshop zur Beteiligung von Angehörigen deutscher Minderheiten an nationalsozialistischen Verbrechen und zur juristischen Aufarbeitung nach 1945.

Deportationen, Zwangsarbeit, Vertreibungen und staatliche Repressionen prägen bis heute die Erinnerungskultur der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion. Der Workshop richtet den Blick auf eine bislang weniger erforschte Seite dieser Geschichte: die Zusammenarbeit mit dem NS-Regime, die Beteiligung an Besatzungsherrschaft und Massenverbrechen sowie den späteren Umgang mit den Täterinnen und Tätern.

Im Mittelpunkt steht die Frage, unter welchen politischen, gesellschaftlichen und biografischen Bedingungen Angehörige deutscher Minderheiten zu Unterstützern, Kollaborateuren oder Tätern wurden. Untersucht werden individuelle Lebenswege ebenso wie größere Tätergruppen, zivile Verwaltungsstrukturen und Einheiten des sogenannten volksdeutschen Selbstschutzes. Ein weiterer Schwerpunkt gilt der juristischen Aufarbeitung in der Sowjetunion, der Bundesrepublik Deutschland und weiteren Staaten Ost- und Südosteuropas. Auch der methodische Umgang mit Quellen der Nachkriegsjustiz wird thematisiert.

Geografisch stehen insbesondere die besetzten Gebiete der Sowjetunion und Polens im Mittelpunkt. Beiträge zu Südosteuropa und zum Baltikum erweitern die Perspektive und ermöglichen Vergleiche zwischen unterschiedlichen Besatzungsregimen und regionalen Konstellationen.

Der Workshop führt aktuelle Forschungen aus der Holocaustforschung, der Geschichte der deutschen Minderheiten in Ostmitteleuropa und der Nachkriegsjustiz zusammen.

Die Veranstaltung wird organisiert vom Nordost-Institut und der Forschungsstelle für Geschichte und Kultur der Deutschen in Russland an der Universität Heidelberg.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Jasmin Söhner (jasmin.soehner@zegk.uni-heidelberg.de) und Dmytro Myeshkov (d.myeshkov@ikgn.de).