Perestroika und der Aufstieg des Populismus in Belarus
Belarus galt lange als ein Sonderfall der postsozialistischen Transformation. Mit der Wahl von Aleksandr Lukaschenko zum Präsidenten im Jahr 1994 habe sich die belarussische Gesellschaft – so die gängige Darstellung – von Demokratie, Marktwirtschaft und der Integration in die globale Wirtschaft abgewandt und stattdessen die vertraute sowjetische Lebenswelt gewählt. Ziel dieses Vortrags ist es, diesen Deutungsrahmen zu revidieren. Statt Lukaschenko und die breite gesellschaftliche Stimmung hinter seinem Aufstieg zur Macht auf Nostalgie und mangelnde Anpassungsfähigkeit zu reduzieren, versteht Anton Liavitski die populistische Reaktion auf die Reformen als eine kreative Antwort auf die Herausforderungen, mit denen sich die belarussische Öffentlichkeit damals konfrontiert sah.
Der Vortrag ist Teil der Vortragsreihe, die das Nordost-Institut vom 5. Mai bis zum 23. Juni 2026 unter dem Titel „Perestrojka und Transformation in Nordost- und Osteuropa" veranstaltet.
Der Vortrag wird nicht gestreamt.
