Perestrojka und das Ende der sowjetischen Völkerfreundschaft - Ethnonationale Aufbrüche in der russländischen Sowjetrepublik
Mit Fokus auf Kamtschatka, der an der Beringstraße gelegenen Halbinsel im Fernen Osten, wird sich der Vortrag den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Aufbrüchen von ethnischen Gruppen und indigenen Gemeinschaften widmen. Wie nahmen Angehörige verschiedener Ethnien in der RSFSR – im Fall von Kamtschatka handelt es sich um Itelmenen, Korjaken und Ewenen – die Impulse von Perestrojka und Glasnost auf? Wie versuchten sie ihren Alltag unter den neuen Bedingungen zu gestalteten und organisierten sich, um ihre Anliegen besser vertreten zu können? Welche Handlungsspielräume ergaben sich für sie, als die Macht der kommunistischen Partei erodierte, aber auch die Versorgungslage prekär wurde und russische nationalistische Tendenzen stärker wurden?
Der Vortrag stützt sich u.a. auf lokale Zeitungen aus Kamtschatka und Fotografien von Anselm Graubner, die in der Jahreswende 1991/92 entstanden und vor kurzem in dem Band „Weiter geht’s nicht. Das Ende der Sowjetunion auf Kamtschatka“ erschienen sind (siehe Link).
Der Vortrag eröffnet die Reihe "Perestrojka und Transformation in Nordost- und Osteuropa".