
Das Buch "Geschichte der lettischen Geschichtsschreibung. Vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart", das im Rahmen unserer Buchreihe "Veröffentlichungen des Nordost-Instituts" (Band 25) beim Harassowitz-Verlag erschienen ist, wird in Fachkreisen weiterhin rege besprochen. Drei Rezensionen befassen sich mit dem Werk unseres ehemaligen Mitarbeiters:
Kaspars Zellis hebt in einer umfangreichen Besprechung im Latvijas Vēstures Institūta Žurnāls hervor, wie Henning die politische Prägung der lettischen Geschichtsschreibung herausarbeitet, die von Beginn an stark politisch geprägt war und zwischen nationalen, marxistischen und sowjetischen Deutungsmustern oszillierte. Zellis würdigt das Werk als qualitativ hochwertigen Überblick, der wichtige Fragen aufwirft und auch zur Selbstreflexion über den gegenwärtigen Stand der lettischen Geschichtswissenschaft anregt (Link zur Rezension).
Auch Tilman Plath würdigt Hennings Werk in den Zapiski Historyczne als gelungene Gesamtdarstellung der lettischen Historiografie der letzten 150 Jahre, die politische, institutionelle und biografische Dimensionen verknüpft und dabei auch weniger bekannte Kapitel wie die sowjetisch-lettische Exilgeschichtsschreibung oder die Historiografie unter deutscher Besatzung berücksichtigt (Link zur Rezension).
Eine dritte Rezension stammt von Raimonds Cerūzis, der in einer ausführlichen Besprechung im lettischsprachigen Latvijas Universitātes Žurnāls. Cerūzis würdigt die Studie darin ebenfalls als ersten umfassenden Überblick zur Geschichte der lettischen Geschichtsschreibung, hebt jedoch kritisch hervor, dass Hennings Ansatz stärker die politischen Kontexte und historiografischen Traditionen betont als die regionalen (baltischen) und vergleichenden Perspektiven (Link zur Rezension).